Immobilien-ABC E

Eigenkapital


Eigene Mittel beim Immobilienkauf: Was zählt, was es bringt und wo die Grenzen liegen.

Eigenkapital sind die finanziellen Mittel, die Sie beim Immobilienkauf aus eigener Tasche einbringen, ohne dafür einen Kredit aufzunehmen. Dazu zählen Sparguthaben, Tagesgeld, Festgeld, handelbare Wertpapiere und Bausparguthaben. Je größer dieser Anteil, desto weniger müssen Sie leihen, desto besser sind in der Regel die Zinsen, und desto stabiler steht Ihre Finanzierung auf Dauer.

Was Eigenkapital in der Finanzierung bewirkt

Banken beurteilen ein Darlehen immer mit Blick auf das Ausfallrisiko. Bringen Sie viel Eigenkapital mit, sinkt das Risiko für das Institut, was sich direkt im angebotenen Zinssatz niederschlägt. Als Faustregel gilt: Die Erwerbsnebenkosten sollten vollständig aus Eigenmitteln kommen, darüber hinaus idealerweise weitere zehn bis zwanzig Prozent des Kaufpreises.

Im Remstal bedeutet das konkret: Bei einem Kaufpreis von 600.000 Euro fallen allein für Grunderwerbsteuer (5,0 % in Baden-Württemberg), Notar, Grundbuch und Maklerprovision schnell 50.000 bis 60.000 Euro an. Diese Summe sollte kein Kredit tragen. Wer darüber hinaus noch Eigenkapital einbringt, sichert sich bessere Konditionen und hält die monatliche Belastung in einem beherrschbaren Rahmen.

Vollfinanzierungen, bei denen auch die Nebenkosten fremdfinanziert werden, sind möglich, aber teurer und fehleranfälliger. Sie setzen sehr gute Bonität und ein sicheres Einkommen voraus. Wir sprechen das in Beratungsgesprächen offen an, weil eine zu eng kalkulierte Finanzierung beim ersten unerwarteten Ausgabe schnell zum Problem wird.

Was als Eigenkapital anerkannt wird

Klassisches Eigenkapital ist alles, was Sie kurzfristig verfügbar haben: Kontoguthaben, Tages- und Festgeld, liquide Wertpapiere. Bausparguthaben lässt sich direkt einsetzen, Lebensversicherungen können beliehen oder aufgelöst werden, Schenkungen und Erbschaften erhöhen Ihre Basis ebenfalls.

Eigenleistungen beim Bauen werden von manchen Banken als sogenannte Muskelhypothek angerechnet, aus der Planung kennen wir aber, dass die Anforderungen hoch sind. Die Bank akzeptiert nur Leistungen, die realistisch durch Sie selbst erbracht werden können und die sie im Zweifel auch nachprüfen kann. Wer seine Eigenleistung zu optimistisch einschätzt, riskiert eine Finanzierungslücke kurz vor Schluss.

Familiendarlehen sind ein Sonderfall. Technisch erhöhen sie nicht Ihr Eigenkapital, werden aber von einzelnen Banken akzeptiert, wenn der Vertrag klar dokumentiert ist und die Rückforderung durch den Darlehensgeber keine Sicherheiten belastet. Holen Sie hier immer eine genaue Auskunft Ihrer Bank ein und regeln Sie alles schriftlich. Das schützt beide Seiten.

Eigenkapitalquote und Sicherheitspuffer

Die Eigenkapitalquote beschreibt, welcher Anteil des Gesamtkaufpreises aus Ihren eigenen Mitteln stammt. Eine Quote von zwanzig Prozent bedeutet, dass Sie ein Fünftel selbst aufbringen und vier Fünftel finanzieren. Je höher die Quote, desto niedriger die Zinskosten über die gesamte Laufzeit und desto schneller die Entschuldung.

Ein weiterer Punkt, den viele unterschätzen: Eigenkapital schützt vor Überschuldung, wenn der Immobilienwert fällt. Liegt der verbleibende Kreditbetrag unter dem aktuellen Marktwert des Objekts, bleibt Ihr finanzieller Spielraum erhalten. Sinkt der Wert dagegen unter die Restschuld, entsteht eine Lücke, die Sie aus eigener Tasche schließen müssen. Gerade in einem Markt wie dem Remstal, wo Bodenrichtwerte je nach Lage erheblich auseinandergehen (Hanglagen am Kappelberg und Straßenlagen in derselben Postleitzahl können weit voneinander abweichen), lohnt es sich, die Bewertung des Objekts realistisch zu halten und nicht darauf zu vertrauen, dass die Preise nur eine Richtung kennen.

Eigenkapital aufbauen

Wer noch nicht kauft, sollte früh und konsequent sparen. Bausparverträge und Fondssparpläne helfen, systematisch Vermögen aufzubauen. Bonuszahlungen, Steuererstattungen oder Erbschaften lassen sich gezielt zurücklegen, statt sie sofort auszugeben.

Das Entscheidende: Eigenkapital lässt sich nicht in wenigen Monaten beschaffen. Wer eine realistische Kaufabsicht hat, sollte den Aufbau zwei bis fünf Jahre im Voraus planen. Manchmal ist es die ehrlichere Empfehlung, noch ein Jahr zu warten und die Eigenmittel weiter zu stärken, statt mit knapper Basis in eine Finanzierung zu gehen, die keinen Puffer mehr lässt.

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