Ein Bausparvertrag ist ein Vertrag mit einer Bausparkasse, der zwei Phasen verbindet: Zunächst sparen Sie einen vereinbarten Anteil der sogenannten Bausparsumme an, danach erhalten Sie ein Darlehen zum bei Vertragsabschluss festgelegten Zinssatz. Das Prinzip ist alt und einfach. Was zählt, ist die Frage, ob die Konditionen zum Zeitpunkt der Zuteilung noch zu Ihrer Situation passen.
Wie der Vertrag aufgebaut ist
Die Bausparsumme ist der Kern des Vertrags: Sie setzt sich aus dem Guthaben, das Sie ansparen, und dem Darlehen zusammen, das Sie danach abrufen können. Bis zur Zuteilung müssen Sie in der Regel 40 bis 50 Prozent dieser Summe angespart haben. Die Bausparkasse berechnet außerdem eine sogenannte Bewertungszahl, die von Spardauer und Sparhöhe abhängt. Erst wenn Mindestguthaben und Bewertungszahl gemeinsam erreicht sind, wird der Vertrag zugeteilt.
Der Guthabenzins liegt heute sehr niedrig, oft unter einem Viertel Prozent. Der Darlehenszins ist dagegen von Anfang an vertraglich festgeschrieben, das ist der eigentliche Vorteil des Instruments. Hinzu kommt eine Abschlussgebühr von meist 1,0 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme, die beim Vertragsabschluss fällig wird.
Staatliche Förderung im Überblick
Zwei Förderwege können den Bausparvertrag attraktiver machen:
- Wohnungsbauprämie: Der Staat bezuschusst Einzahlungen mit 10 Prozent, gedeckelt auf 700 Euro jährlich für Ledige und 1.400 Euro für Verheiratete. Es gelten Einkommensgrenzen.
- Arbeitnehmer-Sparzulage: Wenn Ihr Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zahlt und Sie diese in einen Bausparvertrag fließen lassen, fördert der Staat 9 Prozent auf bis zu 470 Euro pro Jahr. Auch hier gibt es Einkommensgrenzen.
- Zweckbindung: Beide Förderungen setzen voraus, dass das Guthaben tatsächlich für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet wird, also etwa für Kauf, Bau oder Modernisierung einer Immobilie.
Was Eigentümer im Remstal konkret abwägen sollten
Wer im Remstal eine Immobilie kaufen oder modernisieren will, steht vor Bodenrichtwerten, die in Fellbach, Kernen und Waiblingen am oberen Rand des Kreises liegen, oft zwischen 500 und 610 Euro pro Quadratmeter. Die erforderlichen Finanzierungssummen sind entsprechend hoch. Ein klassisches Bauspardarlehen von 50.000 oder 80.000 Euro deckt da selten den Kapitalbedarf allein, kann aber sinnvoll als Ergänzung zu einem Bankdarlehen eingesetzt werden, etwa um den variablen Teil der Finanzierung abzusichern oder eine Anschlussfinanzierung zu einem fest vereinbarten Zinssatz vorzubereiten.
Aus der Planung kennen wir Fälle, in denen ein laufender Bausparvertrag bei einer Modernisierung als zinsgünstiger Baustein genutzt wurde, ohne dass eine zusätzliche Grundschuld eingetragen werden musste. Das vereinfacht die Abwicklung beim Grundbuchamt, das im Rems-Murr-Kreis seit 2017 zentral beim Amtsgericht Waiblingen geführt wird.
Wo der Bausparvertrag an Grenzen stößt
Die Ansparphase dauert in der Regel mehrere Jahre. Wer kurzfristig kaufen will, kommt mit einem noch nicht zugeteilten Vertrag meist nicht weiter. Die niedrigen Guthabenzinsen bedeuten zudem, dass das eingezahlte Geld während der Ansparphase kaum Rendite abwirft. Und die Abschlussgebühr fällt sofort an, unabhängig davon, ob der Vertrag jemals zugeteilt wird.
Wer einen alten Bausparvertrag mit einem attraktiven Darlehenszins aus früheren Jahren besitzt, sollte prüfen, ob dieser noch abgerufen werden kann. Solche Verträge haben in einem gestiegenen Zinsumfeld einen echten Wert.