Immobilien-ABC R

Rate


Was steckt in der monatlichen Rate – und wie viel davon können Sie sich leisten?

Die Rate ist der Betrag, den Sie jeden Monat an Ihre Bank überweisen, um ein Darlehen zurückzuführen. Sie besteht immer aus zwei Teilen: dem Zinsanteil, der die Kapitalüberlassung vergütet, und dem Tilgungsanteil, der die eigentliche Restschuld reduziert. Beim klassischen Annuitätendarlehen bleibt die Gesamtrate über die gesamte Zinsbindungsfrist konstant, auch wenn sich das Verhältnis der beiden Anteile laufend verschiebt.

Wie sich die Rate zusammensetzt

Am Anfang der Laufzeit ist der Zinsanteil hoch, weil die Restschuld noch groß ist. Mit jeder Zahlung sinkt die Schuld ein wenig, damit sinkt auch der Zinsanteil, und der freigewordene Spielraum fließt automatisch in die Tilgung. Die Rate bleibt gleich, die Wirkung verstärkt sich im Zeitverlauf.

Ein konkretes Beispiel: Bei einem Darlehen von 300.000 Euro, einem Zinssatz von 3,5 Prozent und einer anfänglichen Tilgung von 2 Prozent ergibt sich eine monatliche Rate von rund 1.375 Euro. Davon entfallen zu Beginn etwa 875 Euro auf Zinsen und 500 Euro auf die Tilgung. Gegen Ende der Zinsbindung ist dieses Verhältnis deutlich zugunsten der Tilgung verschoben.

Welche Darlehensformen welche Raten erzeugen

Das Annuitätendarlehen mit konstanter Rate ist der Standard für Immobilienfinanzierungen. Daneben gibt es das Tilgungsdarlehen, bei dem die Tilgung immer gleich bleibt und die Rate wegen sinkender Zinslast im Laufe der Zeit fällt. Beim endfälligen Darlehen zahlen Sie während der Laufzeit nur Zinsen und begleichen die gesamte Schuld am Ende auf einen Schlag. Variable Darlehen passen die Rate an den jeweils gültigen Marktzins an, bieten also keine Planungssicherheit, können aber in Niedrigzinsphasen günstiger sein.

Was Sie sich leisten können

Als grober Anhaltspunkt gilt: Die monatliche Rate sollte 35 bis 40 Prozent Ihres Nettoeinkommens nicht überschreiten. Bei Familien mit Kindern und entsprechend höheren laufenden Ausgaben empfehlen viele Banken eher 30 bis 35 Prozent. Bestehende Kredite zählen voll dazu. Wichtig ist außerdem ein Puffer für unvorhergesehene Ausgaben, denn ein Dach im Remstal, das nach einem Hagelzug gedeckt werden muss, wartet nicht auf die nächste Gehaltserhöhung.

Gerade weil die Kaufpreise in Fellbach, Kernen im Remstal und Waiblingen am oberen Ende des Kreises liegen, sind die Darlehensvolumen hier entsprechend groß. Was bei einem Kaufpreis von 600.000 Euro als moderate Rate wirkt, kann bei unverändertem Einkommen und steigenden Lebenshaltungskosten schnell eng werden. Wir sprechen das im Gespräch offen an.

Sondertilgungen als Stellschraube

Die meisten Darlehensverträge erlauben jährliche Sondertilgungen von 5 bis 10 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme, ohne dass dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Sie können damit entweder die Restlaufzeit verkürzen oder bei gleichbleibender Laufzeit die künftige Rate senken. In beiden Fällen zahlen Sie weniger Zinsen, weil die Restschuld früher kleiner wird. Welche Variante sinnvoller ist, hängt von Ihrer persönlichen Liquidität ab.

Häufige Frage:

„Ich habe ein Angebot mit niedriger Rate bekommen. Heißt das, der Kredit ist günstig?”

Nicht zwangsläufig. Eine niedrige Rate kann das Ergebnis einer langen Laufzeit oder einer sehr geringen anfänglichen Tilgung sein. Beides bedeutet, dass Sie insgesamt mehr Zinsen zahlen, auch wenn der monatliche Abfluss überschaubar wirkt. Achten Sie beim Vergleich auf den effektiven Jahreszins und auf die Restschuld am Ende der Zinsbindung, also den Betrag, den Sie dann anschlussfinanzieren müssen. Aus der Planung kennen wir Fälle, in denen eine günstig aussehende Erstrate nach zehn Jahren zu einer Anschlussfinanzierung geführt hat, die die ursprüngliche Belastung weit überstieg.

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