Immobilien-ABC M

Modulbau


Raumzellen aus dem Werk, auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt

Beim Modulbau entstehen ganze Raumzellen oder Gebäudeabschnitte nicht auf der Baustelle, sondern im Werk. Die fertigen Module kommen mit eingebautem Estrich, Leitungen und oft schon montiertem Innenausbau auf die Baustelle und werden dort zusammengefügt. Was auf dem Grundstück bleibt, ist vor allem Montagearbeit, kein klassischer Rohbau.

Was die Methode bringt

Der offensichtlichste Vorteil ist die Zeit. Weil Werkfertigung und Fundamentarbeiten parallel laufen, verkürzt sich die Bauphase auf dem Grundstück spürbar. Dazu kommt ein Aspekt, den aus der Planung kennen wir gut: Im Werk arbeitet man witterungsunabhängig unter kontrollierten Bedingungen, was Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität verlässlicher macht als auf einer Außenbaustelle im November.

Die Kosten lassen sich früh festschreiben. Weil das Modul als Produkt kalkuliert wird, nicht als Gewerk-Paket mit Nachtragsrisiko, ist die Preissicherheit höher als beim konventionellen Bau. Für Eigentümer, die ein Mehrfamilienhaus oder eine Aufstockung zu einem definierten Budget realisieren wollen, ist das ein echtes Argument.

Dazu kommt Flexibilität im Nachhinein: Module lassen sich im Prinzip versetzen, abnehmen oder ergänzen, was bei einer späteren Erweiterung des Gebäudes Zeit und Eingriffe spart.

Wo Modulbau heute eingesetzt wird

Im Wohnungsbau sind Mehrfamilienhäuser und Studentenwohnheime die typischen Felder, weil sich dort gleichartige Grundrisse wiederholen und die Serienproduktion im Werk wirtschaftlich wird. Im Gewerbebereich folgen Hotels, Büros, Schulen und Kliniken derselben Logik. Für temporäre Nutzungen, Baustellenbüros, Interimslösungen, schnell benötigte Unterkünfte, ist Modulbau ohnehin Standard.

Ein Anwendungsfall, der im Remstal zunehmend relevant wird, ist die Aufstockung von Bestandsgebäuden. Gerade auf Wohnlagen mit Bodenrichtwerten zwischen 400 und 610 EUR/m², wie wir sie in Fellbach, Kernen und Waiblingen sehen, lohnt es sich, ein bestehendes Gebäude in die Höhe zu erweitern, statt Neuland zu erschließen. Leichte Modulkonstruktionen belasten die bestehende Struktur weniger als ein konventionell gemaurtes Geschoss.

Grenzen, die man kennen sollte

Der Straßentransport setzt der Modulgröße harte Grenzen. Breite und Länge der Einheiten richten sich nach dem, was auf der Ladefläche noch legal transportiert werden kann. Das zwingt zu Grundrissen, die sich aus diesen Maßen zusammensetzen lassen, und schränkt architektonische Sonderlösungen merklich ein. Wer ein ungewöhnliches Raumprogramm oder eine besondere Fassadengeometrie plant, wird mit dem Modulbau nicht immer glücklich.

An den Fugen zwischen den Modulen entsteht bautechnisch eine Schwachstelle für Schallübertragung. Der Schallschutz muss dort aufwändig nachgebessert werden, was die Kostenkalkulation wieder komplizierter macht, als sie auf den ersten Blick wirkt. Das Image ist im gehobenen Eigenheimbau ebenfalls noch nicht uneingeschränkt positiv. Wer ein freistehendes Einfamilienhaus verkauft und dabei mit Modulbau wirbt, muss bei einem Teil der Käufer noch Überzeugungsarbeit leisten.

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