Immobilien-ABC F

Fertighaus


Vorgefertigte Bauteile, kurze Montagezeit, kalkulierbare Kosten: was das Fertighaus ausmacht.

Beim Fertighaus entstehen Wände, Decken und Dachkonstruktion nicht auf der Baustelle, sondern im Werk. Dort werden die Bauteile unter kontrollierten Bedingungen gefertigt und anschließend auf dem Grundstück zu einem Gebäude zusammengesetzt. Die eigentliche Montage dauert je nach Bauweise nur wenige Tage. Was sich nach einem modernen Verfahren anhört, hat am Markt längst Gewicht: Serielles Bauen gewinnt kontinuierlich Marktanteile gegenüber dem klassischen Ortbetonbau.

Bauweisen: von der Holzrahmenkonstruktion bis zum Massivfertighaus

Die weitaus häufigste Form ist der Holzrahmenbau. Dabei bilden gedämmte Holzständer die tragende Struktur, innen und außen verkleidet. Eine Weiterentwicklung ist der Holztafelbau, bei dem ganze Wandelemente inklusive Dämmung und Fensteraussparungen im Werk vorkonfiguriert werden. Der Vorfertigungsgrad ist hier am höchsten, die Montage auf der Baustelle ist entsprechend kurz.

Wer mehr Wert auf Schallschutz legt, findet im Massivfertighaus eine Alternative: Betonfertigteile erzielen bessere Schalldämmwerte als Leichtbaukonstruktionen, sind aber in der Regel teurer. Eine vierte Variante ist die Modulbauweise, bei der vollständig ausgebaute Raummodule, inklusive fertig gefliesten Bädern, per Schwertransport und Kran auf das Grundstück gehoben werden. Das ist logistisch aufwändiger, verkürzt aber die Ausbauphase erheblich.

Was für das Fertighaus spricht

Der offensichtlichste Vorteil ist die Geschwindigkeit. Der Rohbau steht innerhalb von ein bis fünf Tagen, der Einzug ist realistisch nach drei bis sechs Monaten möglich. Da keine langen Trocknungszeiten wie beim Massivbau anfallen, verkürzt sich das Gesamtprojekt spürbar.

Dazu kommt die Kostensicherheit. Fertighaushersteller arbeiten in der Regel mit Festpreisverträgen. Was vereinbart ist, bleibt vereinbart. Das macht die Finanzierung planbarer, weil unerwartete Nachforderungen seltener vorkommen als beim konventionellen Bau. Aus der Planung kennen wir Projekte, bei denen genau diese Kalkulierbarkeit den Ausschlag für das Fertighaus gegeben hat.

Hinzu kommt: Viele Hersteller betreiben Musterhäuser, die vor der Kaufentscheidung besichtigt werden können. Sie sehen, welche Qualität Sie bekommen, bevor der Vertrag unterschrieben ist.

Was das Fertighaus kostet und wo Grenzen liegen

Beim Preis bewegen sich Fertighäuser je nach Ausstattung in einem weiten Spektrum. Einfache Ausführungen beginnen bei etwa 1.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, gehobenere Versionen liegen bei 2.000 bis 2.500 Euro, und aufwändigere Konfigurationen können darüber hinausgehen. Diese Preise beziehen sich auf das Haus selbst. Bodenplatte, Keller, Hausanschlüsse und Außenanlagen kommen obendrauf und summieren sich schnell auf fünfstellige Beträge.

Im Remstal ist außerdem das Grundstück der entscheidende Kostenfaktor. Bodenrichtwerte in Fellbach, Kernen und Waiblingen liegen am oberen Ende des Kreisdurchschnitts, teils über 600 Euro pro Quadratmeter. Die Bauweise entscheidet hier weniger über den Gesamtpreis als die Lage.

Der architektonischen Freiheit sind beim Fertighaus Grenzen gesetzt. Typenhäuser bieten vorgegebene Grundrisse, individuelle Anpassungen sind möglich, aber oft mit Aufpreisen verbunden. Wer ein ungewöhnliches Grundstück, eine Hanglage oder einen besonders individuellen Entwurf plant, stößt mit Typenlösungen schneller an Grenzen als beim frei geplanten Bau.

Ablauf: von der Bemusterung bis zur Übergabe

Der Weg zum Fertighaus gliedert sich grob in vier Phasen. Zuerst steht die Planung: Musterhausbesuch, Grundrisswahl, Ausstattungsbemusterung. Das dauert je nach Entscheidungsfreude drei bis sechs Monate. Parallel dazu müssen Grundstück, Baugrundgutachten, Baugenehmigung und Bodenplatte organisiert werden.

Im Werk wird das Haus dann in sechs bis zwölf Wochen produziert, bevor Transport und Montage folgen. Danach beginnt der Innenausbau mit Elektrik, Sanitär, Heizung, Estrich und Bodenbelägen. Das beansprucht noch einmal acht bis zwölf Wochen. Bei der Abnahme sollten Sie auf einer Mängelliste bestehen und eine unabhängige Baubegleitung in Betracht ziehen. Eine Thermografiemessung und ein Luftdichtheitstest geben Aufschluss darüber, ob das Haus so gebaut wurde, wie es versprochen war. Die gesetzliche Gewährleistungsfrist beträgt fünf Jahre.

Was beim Kauf eines Fertighauses zählt

Bei der Herstellerauswahl helfen anerkannte Qualitätsnachweise wie das QDF-Zertifikat, eine RAL-Gütegemeinschaft-Mitgliedschaft oder ein TÜV-geprüftes Verfahren. Auch der KfW-40-Standard ist bei modernen Fertighäusern heute häufig serienmäßig, was bei der Finanzierung relevant ist.

Wer das Haus später einmal verkaufen will, sollte wissen: Der Wert hängt im Remstal stärker von Lage und Grundstück ab als von der Bauweise. Ein gut gelegenes Fertighaus in Fellbach oder Kernen erzielt am Markt vergleichbare Preise wie ein Massivbau in derselben Straße, sofern Zustand und Energiestandard stimmen.

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