Wer eine Immobilie finanzieren will, muss bei der Bank nachweisen, dass er die monatliche Rate dauerhaft tragen kann. Dafür setzen Kreditinstitute einen pauschalen Betrag für Lebenshaltungskosten an, die sogenannte Haushaltspauschale. Sie steht im Mittelpunkt der Haushaltsrechnung und bestimmt maßgeblich, wie viel Kredit die Bank genehmigt. Der Betrag fällt je nach Institut und Haushaltsgröße unterschiedlich aus.
Was die Pauschale konkret bedeutet
Die Bank zieht vom Nettohaushaltseinkommen zunächst alle bestehenden Kreditraten und Verpflichtungen ab. Dann kommt die Haushaltspauschale obendrauf. Was danach noch übrig bleibt, darf als neue Monatsrate eingeplant werden. Üblich ist dabei die Daumenregel, dass die Gesamtbelastung durch Kreditverpflichtungen nicht mehr als 35 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens ausmachen sollte.
Die Pauschalwerte liegen für Einzelpersonen erfahrungsgemäß zwischen 800 und 1.200 Euro monatlich. Für jeden weiteren Erwachsenen im Haushalt kommen 300 bis 400 Euro hinzu, für Kinder je rund 200 bis 250 Euro. In Ballungsräumen und Pendlerlagen wie dem Remstal, wo Lebenshaltungskosten und Mietniveau vergleichsweise hoch sind, tendieren manche Institute zu höheren Pauschalen.
Unterschiede zwischen den Kreditinstituten
Die Pauschalen sind kein gesetzlich festgelegter Wert. Direktbanken kalkulieren hier oft schlanker als Filialbanken. Manche Institute staffeln die Pauschale nach Einkommenshöhe: Wer mehr verdient, bekommt eine höhere Pauschale zugewiesen, weil die Bank davon ausgeht, dass der Lebensstandard entsprechend höher ist. Das klingt paradox, weil es die Finanzierbarkeit für gut Verdienende rechnerisch etwas schmälert. In der Praxis bedeutet es aber auch, dass ein Vergleich verschiedener Angebote erhebliche Unterschiede im genehmigten Kreditrahmen ergeben kann, ohne dass sich an Ihrem Einkommen irgendetwas geändert hätte.
Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie schreibt vor, dass Banken die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Kreditnehmers ernsthaft prüfen müssen. Die Haushaltspauschale ist das Instrument dafür. Sie schützt Sie vor einer Rate, die zwar rechnerisch machbar aussieht, im Alltag aber keinen Spielraum lässt.
Wenn die Pauschale nicht zu Ihrem Haushalt passt
Manche Banken lassen zu, dass statt der Pauschale die tatsächlichen Lebenshaltungskosten angesetzt werden, sofern Sie diese glaubhaft belegen können. Dafür werden Kontoauszüge der letzten drei bis sechs Monate ausgewertet. Wer sehr sparsam lebt und das durch seine Kontobewegungen zeigen kann, hat damit gelegentlich mehr Spielraum. Die Bank prüft allerdings, ob die ausgewiesenen Kosten realistisch und dauerhaft tragbar sind, nicht nur vorübergehend niedrig.
Besondere Lebensumstände wie Unterhaltspflichten, hohe Pendelkosten oder Betreuungsaufwendungen sollten Sie offen ansprechen. Ein Kreditgespräch, das solche Punkte verschweigt, rächt sich spätestens dann, wenn die Rate im dritten Jahr nicht mehr so leicht fällt wie im ersten.
Was Sie vorher selbst klären sollten
Bevor Sie eine Finanzierung beantragen, lohnt sich eine eigene ehrliche Haushaltsrechnung: alle Einnahmen, alle festen Ausgaben, alle laufenden Kreditverpflichtungen. Dispokredite und Kreditkartensalden drücken die verfügbare Rate spürbar, deshalb macht es Sinn, diese vor dem Immobilienkauf zurückzuführen. Eigenkapital, ob aus einem Bausparvertrag oder als Schenkung, verbessert die Ausgangslage, weil ein niedrigerer Kreditbetrag die monatliche Rate senkt.
Ein Reserve-Puffer von drei bis sechs Monatsausgaben gehört ebenfalls zur Vorbereitung. Zahlen, die auf dem Papier knapp aufgehen, halten selten Stand, wenn Reparaturen anfallen, ein Einkommen wegbricht oder sich die Zinsbindung nach zehn Jahren zu einem ungünstigen Zeitpunkt erneuert. Wer als Eigentümer im Remstal verkauft und die Frage stellt, wie viel Kaufpotenzial seine Interessenten mitbringen, bekommt hier einen direkten Einblick: Die Haushaltspauschale ist einer der unsichtbaren Filter, der kaufbereite Interessenten trotz gutem Einkommen manchmal aus dem Rennen nimmt.