Der Hausanschluss ist die Gesamtheit aller technischen Verbindungen, die ein Gebäude an die öffentlichen Versorgungsnetze anbinden: Strom, Wasser, Abwasser, Gas und Telekommunikation. Für jede dieser Leitungen gibt es einen klar definierten Übergabepunkt, an dem die Verantwortung vom Netzbetreiber oder der Gemeinde auf Sie als Eigentümer übergeht. Die Herstellungskosten dieser Anschlüsse tragen Sie in der Regel selbst.
Strom und Wasser: die technischen Grundlagen
Der Stromanschluss mündet im Hausanschlusskasten, der sich üblicherweise im Keller befindet. Für ein Einfamilienhaus ist ein dreiphasiger Standardanschluss mit 63 Ampere die Regel. Planen Sie eine Wärmepumpe oder eine Wallbox für ein Elektrofahrzeug, sollten Sie frühzeitig prüfen, ob dieser Anschluss ausreicht. Einen stärkeren Anschluss beantragen Sie beim örtlichen Netzbetreiber; die Ausführung übernimmt ein zugelassener Elektrofachbetrieb. Die reinen Netzanschlusskosten trägt bei einem Standardanschluss häufig der Netzbetreiber, Mehrleistung geht auf Ihre Rechnung.
Beim Wasseranschluss führt die Hausanschlussleitung vom Straßenhauptrohr bis zur Hauptabsperrarmatur im Gebäude. Die Leitung muss mindestens 1,20 Meter tief liegen, damit sie frostsicher ist. Ein Druckminderer schützt die Hausinstallation bei hohem Leitungsdruck, ein Rückflussverhinderer schützt das Trinkwassernetz vor Rücksaugung. Die einmalige Anschlussgebühr richtet sich nach der kommunalen Satzung der jeweiligen Gemeinde, ob Fellbach, Waiblingen oder Kernen im Remstal.
Abwasser: unterschätzt, aber folgenreich
Welches System vor Ort gilt, Trennsystem oder Mischsystem, legt die jeweilige Gemeinde fest. Wichtiger für Sie als Eigentümer ist die sogenannte Rückstauebene: Sie bestimmt, bis zu welcher Höhe das Abwasser im Extremfall zurückstauen kann. Tieferliegende Kellerbereiche sind ohne Rückstauverschluss oder Hebeanlage nicht sicher. Bei Starkregenereignissen, die auch im Remstal häufiger werden, kann das teuer werden.
Wer Regenwasser auf dem Grundstück versickert oder in einer Zisterne speichert, entlastet den Kanal und spart Abwassergebühren. Viele Kommunen verlangen außerdem eine Dichtigkeitsprüfung der privaten Abwasserleitungen. Fragen Sie beim Kauf einer Bestandsimmobilie gezielt nach, ob diese Prüfung vorliegt.
Koordination beim Neubau
Aus der Planungspraxis kennen wir das häufigste Problem: Anträge bei den Versorgungsunternehmen werden zu spät gestellt. Bearbeitungszeiten von mehreren Wochen sind üblich, und wenn der Rohbau fertig ist, aber der Stromanschluss fehlt, stockt die gesamte Baustelle.
Ein gemeinsamer Leitungsgraben für alle Medien spart erhebliche Erdarbeitskosten. Vor jedem Aushub ist eine Leitungsauskunft Pflicht, damit keine bestehenden Leitungen beschädigt werden. Die Gesamtkosten für alle Hausanschlüsse bewegen sich bei einem Einfamilienhaus typischerweise im fünfstelligen Bereich, je nach Grundstückslage und Anschlussweg.
Was Eigentümer von Bestandsimmobilien beachten sollten
Die Zuständigkeitsgrenze zwischen Netzbetreiber und Eigentümer liegt in der Regel an der Grundstücksgrenze oder am Hauseinführungspunkt. Alles auf Ihrem Grundstück liegt in Ihrer Verantwortung, auch wenn die Leitungen unter der Erde nicht sichtbar sind. Gasinstallationen müssen alle zwölf Jahre durch einen Fachbetrieb geprüft werden.
Bei älteren Gebäuden lohnt ein Blick auf das Material der Wasserleitungen. Bleirohre, die in Häusern aus der Zeit vor den 1970er Jahren noch vorkommen können, müssen ausgetauscht werden. Schäden an Hausanschlussleitungen erfordern sofortiges Absperren und Reparatur durch einen Fachbetrieb. Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Wohngebäudeversicherung Schäden an erdverlegten Leitungen einschließt, das ist nicht selbstverständlich.