Immobilien-ABC D

Duplex-Wohnung


Wohnen auf zwei Ebenen: Was eine Duplex-Wohnung ausmacht und was sie kostet

Eine Duplex-Wohnung erstreckt sich über zwei Geschosse innerhalb eines Mehrfamilienhauses und wird durch eine interne Treppe erschlossen. Sie wird häufig auch als Maisonette bezeichnet. Das Konzept kombiniert die Flächeneffizienz einer Wohnung mit der Zonierung, die man sonst eher von einem Einfamilienhaus kennt: Wohn- und Schlafbereich liegen auf getrennten Ebenen, verbunden durch eine hauseigene Treppe.

Typischer Grundriss und Varianten

Die klassische Aufteilung folgt einem klaren Prinzip: unten Küche, Esszimmer, Wohnzimmer und ein Gäste-WC, oben Schlafzimmer, Kinderzimmer und Bad. Die Treppe wirkt dabei als natürliche Grenze zwischen dem gemeinschaftlichen und dem privaten Bereich. Das ist mehr als eine Frage des Komforts. Wer Kinder hat oder regelmäßig von zu Hause arbeitet, weiß den Unterschied zu einer eingeschossigen Wohnung schnell zu schätzen.

Eine Variante davon ist die offene Galerie: Die obere Ebene bleibt zur unteren hin offen, Licht fällt durch beide Geschosse, und der Wohnbereich gewinnt eine Raumhöhe von fünf bis sechs Metern. Das wirkt großzügig, kostet aber Nutzfläche auf der Galerie und überträgt Geräusche direkter.

Am oberen Ende der Kategorie steht das Penthouse-Duplex: die beiden obersten Geschosse eines Gebäudes, oft mit umlaufender Terrasse und freiem Blick. In gut erschlossenen Lagen östlich von Stuttgart, wo Bodenwerte am Kappelberg und in den Hanglagen von Fellbach deutlich über dem Kreisdurchschnitt liegen, sind solche Objekte entsprechend selten und entsprechend begehrt.

Was für eine Duplex-Wohnung spricht

Der Hauptvorteil liegt in der Raumtrennung. Kinder können sich auf der oberen Ebene bewegen, ohne dass der Wohnbereich darunter leidet. Wer ein Homeoffice braucht, das sich vom Feierabend trennt, findet in einer Duplex-Wohnung dafür einen naheliegenden Ort. Auch ein Gästezimmer mit eigenem Bad lässt sich auf einer der beiden Ebenen einrichten, ohne dass Gäste zwangsläufig durch den ganzen Wohnbereich laufen müssen.

Dazu kommt das schlichte Raumgefühl: Eine Duplex-Wohnung wirkt durch die Treppe, die Galerie und die Geschosshöhe großzügiger, als die Quadratmeterzahl auf dem Papier vermuten lässt.

Was Sie beim Kauf oder Verkauf bedenken sollten

Die Treppe ist der entscheidende Faktor, der den Käuferkreis einschränkt. Für Senioren, Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Eltern mit Kleinkind taugt eine Duplex-Wohnung in der Regel nicht als Dauerlösung. Das ist kein Makel, den man verschweigen sollte, sondern ein sachliches Argument für die Preisfindung: Der Kreis der ernsthaften Interessenten ist kleiner als bei einer eingeschossigen Wohnung vergleichbarer Größe, auch wenn die Nachfrage unter den passenden Käufern oft intensiv ist.

Beim Kauf schlägt sich das Konzept üblicherweise mit einem Aufpreis von zehn bis dreißig Prozent gegenüber einer gleichgroßen eingeschossigen Wohnung nieder. Dazu kommen tendenziell höhere Heizkosten, weil warme Luft nach oben steigt und die Temperaturen zwischen den Ebenen messbar auseinandergehen können. Aus der Planung kennen wir das: Ohne eine sorgfältig ausgelegte Heizungsanlage und eine gut gedämmte Geschossdecke werden Sie die Differenz im Winter deutlich spüren.

Wer eine Duplex-Wohnung zur Miete anbietet, erzielt in der Regel einen Aufschlag von fünfzehn bis fünfundzwanzig Prozent gegenüber dem Quartiersschnitt. Der Aufwand bei Weitervermietung ist vergleichbar mit einer normalen Eigentumswohnung; der Suchaufwand für den richtigen Mieter ist jedoch höher, weil das Angebot selten ist und die Ansprüche der Zielgruppe entsprechend spezifisch.

Bauliche Anforderungen

Die interne Treppe muss einer Mindestbreite von achtzig Zentimetern genügen, neunzig Zentimeter sind im Alltag deutlich komfortabler. Wendeltreppe spart Platz, kostet aber Bequemlichkeit. Eine gerade oder gewendelte Treppe mit konsequentem Handlauf auf beiden Seiten ist die dauerhaft bessere Wahl.

Schallschutz ist das zweite Thema, das bei Duplex-Wohnungen in Mehrfamilienhäusern regelmäßig unterschätzt wird. Trittschall überträgt sich zwischen den Ebenen stärker als bei einer eingeschossigen Wohnung, weil die Decke gleichzeitig Wohnfläche trägt. Ein erhöhter Schallschutzwert von mindestens 62 dB ist in Neubauten empfehlenswert. Bei Altbauten im Remstal sollten Sie sich das Thema vor dem Kauf genau ansehen.

Brandschutz schreibt auf beiden Ebenen Rauchmelder vor. Die Treppe gilt als Fluchtweg und muss dauerhaft freigehalten werden. Bei Dachgeschoss-Duplexen ist außerdem zu prüfen, ob ein zweiter Rettungsweg vorhanden ist.

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