Ein Carport ist eine überdachte Stellplatzanlage, die seitlich offen oder nur teilweise geschlossen ist. Er schützt Fahrzeuge vor Regen, Hagel und Sonne, ohne den geschlossenen Charakter einer Garage zu haben. Gegenüber der gemauerten Garage ist er schneller gebaut, günstiger und bauordnungsrechtlich oft unkomplizierter.
Was einen Carport ausmacht
Die Konstruktion besteht im Kern aus einem Dach, das von Stützen oder Pfosten getragen wird. Holz, Stahl und Aluminium sind die gängigen Materialien. Beim Dach gibt es flache, geneigte und bogenförmige Varianten, eingedeckt mit Trapezblech, Wellplatten oder Dachziegeln.
Die Spanne reicht vom schlichten Einzelcarport für ein Auto bis zum großzügigen Doppelcarport, teils mit Seitenwänden aus Holzlatten oder Rankgitter. Aus der Planungspraxis kennen wir Carports, die sich sehr gut ins Erscheinungsbild eines Hauses einfügen lassen, wenn Dachform und Material mit dem Bestand abgestimmt werden. Das ist keine Formsache: Ein optisch stimmiger Carport wirkt sich auf den ersten Eindruck bei einer Besichtigung aus.
Baugenehmigung: Wann Sie nachfragen sollten
In Baden-Württemberg gilt die Landesbauordnung (LBO BW), nicht die bundesweit bekannte Musterbauordnung. Kleinere Carports sind nach LBO BW unter bestimmten Voraussetzungen verfahrensfrei, das heißt, sie brauchen keine Baugenehmigung. Verfahrensfrei bedeutet aber nicht regellos: Die Abstandsflächen zu Nachbargrundstücken, Vorgaben aus dem Bebauungsplan zur Dachneigung oder Firsthöhe und die überbaubare Grundstücksfläche müssen trotzdem eingehalten werden.
In Fellbach und Waiblingen ist als Große Kreisstadt jeweils die eigene untere Baurechtsbehörde zuständig. Wer in Kernen im Remstal baut, wendet sich ans Landratsamt Rems-Murr-Kreis. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Vorhaben verfahrensfrei ist, lohnt ein kurzes Gespräch mit der Behörde, bevor die Stützen gesetzt sind. Eine nachträgliche Rückbauanordnung kostet deutlich mehr als die Klärung vorher.
Vor- und Nachteile im Vergleich zur Garage
Der Carport ist günstiger und schneller realisiert. Die offene Bauweise sorgt dafür, dass Feuchtigkeit abziehen kann, was Rostbildung am Fahrzeug reduziert. Garagentore entfallen, der Unterhalt ist entsprechend geringer.
Auf der anderen Seite: Das Fahrzeug ist von außen sichtbar und schlechter geschützt vor Einbruch und Vandalismus. Bei extremem Wind oder großem Hagelkorn bietet ein offener Unterstand weniger Schutz als eine geschlossene Garage. Stauraum für Fahrräder, Werkzeug oder Reifen ist begrenzt, sofern kein separater Abstellbereich eingeplant wird.
Was ein Carport beim Verkauf bedeutet
Im Remstal, wo Grundstücke knapp und teuer sind (Bodenrichtwerte in Fellbach, Kernen und Waiblingen liegen am oberen Rand des Kreises), ist jeder legale Stellplatz ein Argument. Ein ordentlich gebauter Carport erhöht den Nutzwert einer Immobilie, auch wenn er in der Wertermittlung nicht so hoch eingeht wie eine Garage. Entscheidend ist, dass der Carport genehmigungskonform steht. Taucht im Kaufprozess eine nicht genehmigte Anlage auf, die eigentlich genehmigungspflichtig gewesen wäre, wird das zum Verhandlungsthema. Wir klären solche Punkte vor der Vermarktung, damit beim Notartermin keine Überraschungen entstehen.