Immobilien-ABC B

Beton


Der meistgenutzte Baustoff im Hochbau: Was Eigentümer über Beton wissen sollten.

Beton entsteht aus drei Grundzutaten: Zement als Bindemittel, Wasser und Zuschlagstoffe wie Sand oder Kies. Sobald das Gemisch ausgehärtet ist, nimmt es enorme Druckkräfte auf. Weltweit gibt es keinen Baustoff, der häufiger verbaut wird. Fundamente, Geschossdecken, Stützen und Kelleraußenwände bestehen in den meisten Häusern aus Beton oder Stahlbeton.

Welche Betonarten im Wohnbau eine Rolle spielen

Normalbeton deckt den größten Teil aller Anwendungen ab und ist das, was auf einer normalen Baustelle aus dem Mischfahrzeug kommt. Sobald eine Decke oder Wand auch Zugkräfte aufnehmen muss, kommt Bewehrungsstahl hinzu: Das Ergebnis ist Stahlbeton, ohne den moderner Wohnungsbau kaum vorstellbar wäre. Leichtbeton verwendet poröse Zuschläge und dämmt besser, was ihn für Außenwände interessant macht. Sichtbeton bleibt nach dem Ausschalen unverkleidet sichtbar und stellt an Schalung, Mischung und Verdichtung deutlich höhere Anforderungen als verputzte Flächen. Schwerbeton mit sehr dichten Zuschlägen ist ein Sonderfall und begegnet einem im Wohnbau praktisch nicht.

Festigkeit, Klassen und Schutzmaßnahmen

Beton wird in Festigkeitsklassen eingeteilt, die seine Druckfestigkeit in N/mm² beschreiben. Im Wohnbau begegnen einem vor allem die Klassen C20/25 bis C30/37. Daneben legen sogenannte Expositionsklassen fest, wie der Beton zusammengesetzt sein muss, wenn er Frost, Feuchte, Tausalz oder chemischen Angriffen ausgesetzt ist. Ein Außenfundament im Remstal braucht deshalb eine andere Rezeptur als eine Kellerinnenwand. Für Stahlbeton kommt die Mindestbetondeckung hinzu: Das ist der Abstand zwischen der Bewehrung und der Betonoberfläche. Wird dieser Abstand zu gering, rostet der Stahl, der Beton platzt ab. Aus der Planung kennen wir das als eine der häufigsten Ursachen für Instandsetzungsbedarf an Bestandsgebäuden.

Verarbeitung: Schalung, Verdichtung, Nachbehandlung

Flüssiger Beton braucht eine Schalung, die ihm seine Form gibt, bis er tragfähig ist. Während des Einbringens wird er mit einem Innenrüttler verdichtet, damit keine Luftporen entstehen, die die Festigkeit mindern. Anschließend muss Beton feucht gehalten werden: Trocknet er zu schnell aus, reißt er und erreicht nicht die geplante Festigkeit. Erst wenn die Mindestausschalfrist abgelaufen ist, darf die Schalung entfernt werden. Wie lang diese Frist ist, hängt von Festigkeitsklasse, Bauteil und Temperatur ab. Im Winter kann sich das auf Baustellen im Remstal spürbar verlängern.

Was das für Sie als Eigentümer bedeutet

Beim Verkauf einer Immobilie spielt Beton vor allem dann eine Rolle, wenn der Verdacht besteht, dass tragende Bauteile geschädigt sind: Risse, abplatzende Betondeckung oder Rostflecken an Stützen und Decken. Solche Schäden schrecken Kaufinteressenten ab und können das Gutachterausschussgutachten belasten. Im Rems-Murr-Kreis und in Fellbach wird bei Bestandsgebäuden mit sichtbaren Betonschäden oft eine Wertminderung angesetzt, die über die reinen Reparaturkosten hinausgeht. Wer vor dem Verkauf wissen will, wie schwerwiegend ein Schaden tatsächlich ist, tut gut daran, das von einem Sachverständigen einschätzen zu lassen, bevor der erste Interessent durch die Tür kommt.

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