Immobilien-ABC B

Baustoffe


Welche Materialien in Ihrem Gebäude stecken, entscheidet über Wert, Kosten und Sanierungsaufwand.

Baustoffe sind alle Materialien, die beim Bau oder Umbau eines Gebäudes zum Einsatz kommen. Die Bandbreite reicht von Beton und Ziegel über Holz und Stahl bis zu synthetischen Dämmstoffen. Welche Materialien verbaut wurden, beeinflusst direkt, wie aufwendig spätere Sanierungen sind, was ein Gebäude heute wert ist und welche Energieeffizienz es erreichen kann.

Mineralische Baustoffe: die tragende Mehrheit

Beton ist nach wie vor der am häufigsten eingesetzte Baustoff weltweit. Seine hohe Druckfestigkeit macht ihn zur Grundlage für Fundamente, Decken und Stützen. Ziegel und Mauersteine decken ein weites Spektrum ab: Einfacheres Vollziegelmauerwerk aus Altbauten unterscheidet sich in seiner Wärmedämmwirkung deutlich von modernen Porenbeton- oder Poroton-Steinen, die durch ihre Lochstruktur deutlich bessere Dämmeigenschaften mitbringen. Naturstein wie Sandstein oder Kalkstein findet sich im Remstal häufig in älteren Fassaden und Kellermauern. Gips und Kalk-Zement-Putze erledigen den Innenausbau.

Für Eigentümer ist bei dieser Gruppe besonders relevant: Mineralisches Mauerwerk verhält sich bei einer energetischen Sanierung anders als Holzständerwerk. Unser Architekt schaut bei der Erstbesichtigung eines Altbaus gezielt auf Mauerwerksstärke und Deckenaufbau, weil beides die spätere Sanierungstiefe und damit den Aufwand vorzeichnet.

Metallische Baustoffe: Tragwerk und Hülle

Stahl trägt: als Bewehrung im Stahlbeton, als Träger im Skelettbau, als Stütze im Industrie- und Gewerbebau. Aluminium hat wegen seines geringen Gewichts und seiner Korrosionsbeständigkeit Holz bei vielen Fensterrahmen und vorgehängten Fassaden verdrängt. Kupfer und Zink erkennt man vor allem an Dächern und Regenrinnen. Beide Metalle altern sichtbar, was bei der Bewertung älterer Gebäude eine Rolle spielt: Eine Kupfereindeckung, die Jahrzehnte alt ist, kann noch lange halten oder kurz vor dem Ende ihrer Lebensdauer stehen.

Organische Baustoffe: Holz und seine Verwandten

Holz ist der einzige nennenswerte Baustoff, der nachwächst. Im Remstal begegnet er uns in Fachwerkbauten, in modernen Holzrahmenhäusern und als Dachstuhl fast jedes Bestandsgebäudes. Holzwerkstoffe wie OSB-Platten oder Spanplatten ergänzen den Innenausbau. Dämmstoffe aus Zellulose, Holzfaser oder Hanf gewinnen bei Sanierungen an Bedeutung, weil sie dampfdiffusionsoffen sind und sich gut mit historischer Bausubstanz vertragen.

Bitumen ist der unauffällige Allrounder unter den organischen Baustoffen. Als Dachbahn oder Kellerabdichtung ist er in fast jedem Gebäude irgendwo versteckt. Schäden an Bitumenabdichtungen entstehen oft unbemerkt und werden erst beim Feuchtigkeitseintritt sichtbar.

Kunststoffe: nützlich, aber nicht wertlos

PVC taucht als Rohr, Fensterrahmen und Bodenbelag auf. Styropor (EPS und XPS) ist der meistverkaufte Dämmstoff für Perimeterdämmung und Wärmedämmverbundsysteme. EPDM-Bahnen dichten Flachdächer ab. Polyurethan-Schaum klebt, dämmt und füllt Fugen.

Aus der Praxis kennen wir die Diskussion, die beim Verkauf älterer Gebäude immer wieder aufkommt: Kunststoffverkleidungen und günstige Bodenbeläge aus den 1970er und 1980er Jahren hinterlassen optisch einen schlechten Eindruck, sind aber bauphysikalisch oft harmlos. Teuer wird es, wenn Abdichtungen aus dieser Zeit versagen oder wenn Dämmstoffe älterer Generation nicht mehr den energetischen Anforderungen einer Sanierung genügen.

Was Baustoffe für den Verkaufswert bedeuten

Beim Immobilienverkauf in Fellbach, Kernen oder Waiblingen spielt die verbaute Materialqualität eine direkte Rolle für die Preisfindung. Massives Mauerwerk mit solider Substanz rechtfertigt andere Preisvorstellungen als ein Gebäude in Leichtbauweise mit hohem Sanierungsbedarf. Gleichzeitig überschätzen viele Eigentümer den Wertbeitrag einzelner Baustoffe. Eine hochwertige Natursteinfassade erhöht den Angebotspreis nicht automatisch im gleichen Maß wie ihre Herstellungskosten. Was zählt, ist der Gesamtzustand und was ein Käufer realistisch investieren müsste, um das Gebäude auf heutigen Standard zu bringen.

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