Immobilien-ABC S

Seniorengerechtes Wohnen


Selbstbestimmt älter werden: Was Wohnformen und Ausstattung für Senioren konkret bedeuten

Seniorengerechtes Wohnen ist ein Oberbegriff für Wohnformen und Ausstattungen, die auf die körperlichen Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind. Im Mittelpunkt stehen Barrierefreiheit, die Möglichkeit ambulante Pflege einzubinden und eine Lage, die Alltagswege kurz hält. Der demografische Wandel macht das Thema für immer mehr Eigentümer im Remstal relevant, weil die eigene Immobilie früher oder später nicht mehr passt oder ganz bewusst umgebaut werden soll.

Wohnformen im Überblick

Betreutes Wohnen bedeutet: eine eigenständige Wohnung mit einem definierten Grundservice, meist Hausmeister und Notrufanlage, plus die Option, ambulante Pflege zuzubuchen. Für diesen Grundservice fällt eine monatliche Pauschale an; ambulante Leistungen kommen je nach Bedarf obendrauf.

Seniorenresidenzen sind gehobene Varianten davon. Restaurant, Gemeinschaftsräume und Freizeitangebote gehören zum Konzept, der Preis liegt entsprechend deutlich höher.

Daneben gibt es zwei Modelle, die an Beliebtheit gewinnen: Mehrgenerationenwohnen, bei dem Jung und Alt bewusst unter einem Dach oder in einer Hausgemeinschaft leben und sich gegenseitig unterstützen, sowie Senioren-WGs, bei denen mehrere ältere Menschen einen Haushalt teilen und damit Kosten wie auch Gesellschaft gewinnen.

Was die Wohnung leisten muss

Die technische Referenz für barrierefreies Bauen ist die DIN 18040. Praktisch heißt das: schwellenlose Übergänge, Türbreiten ab 80 Zentimetern, ausreichend Bewegungsfläche im Bad, Haltegriffe, eine bodengleiche Dusche und ein Aufzug, sobald die Wohnung im Obergeschoss liegt. Aus der Planung kennen wir, wie stark ein nachträglicher Aufzug in den Bestand eingreift und was er kostet. Häufig entscheidet die Treppenhausgeometrie darüber, ob ein Nachrüsten überhaupt machbar ist.

Zur Sicherheit gehören Notrufanlage, Rauchmelder und rutschfeste Böden sowie eine Beleuchtung, die auch nachts Stolperfallen vermeidet. Mehr Komfort bringen elektrische Rollläden, Fußbodenheizung und ein WC mit erhöhter Sitzhöhe. Diese Details klingen klein, machen im Alltag aber einen spürbaren Unterschied.

Kosten und Förderung

Eine seniorengerechte Wohnung liegt beim Kauf erfahrungsgemäß rund 10 bis 20 Prozent über vergleichbaren Standardwohnungen. Wer umbaut, muss für ein barrierefreies Bad mit Kosten im fünfstelligen Bereich rechnen, ein nachträglicher Aufzug schlägt je nach Aufwand mit 30.000 bis 50.000 Euro zu Buche.

Auf der Förderseite gibt es zwei Hebel: Die KfW fördert barrierereduzierende Maßnahmen über das Programm 455-B. Wer bereits einen Pflegegrad hat, kann bei der Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragen. Beide Töpfe lassen sich unter bestimmten Bedingungen kombinieren.

Warum die Standortfrage entscheidend ist

Im Remstal liegen Ärzte, Einkaufen und ÖPNV in vielen Lagen nah beieinander, was einen echten Vorteil gegenüber dem ländlichen Raum darstellt. Trotzdem lohnt eine genaue Prüfung: Eine Wohnung in einer ruhigen Nebenstraße in Fellbach oder Kernen im Remstal ist für Senioren ohne Auto deutlich alltagstauglicher als ein Haus am Ortsrand, selbst wenn der Grundriss ideal wäre.

Wer die eigene Immobilie irgendwann verkauft, um mit dem Erlös eine passende Alterswohnung zu finanzieren, sollte das nicht zu spät angehen. Die Suche nach einer geeigneten seniorengerechten Wohnung im Remstal braucht Zeit, weil das Angebot überschaubar ist und die Nachfrage spürbar gestiegen ist. Früh zu planen, solange körperliche Fitness noch Spielraum lässt, ist dabei keine Binsenweisheit, sondern schlicht die bequemere Variante.

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