Immobilien-ABC Q

Quadratmeterpreis


Die wichtigste Vergleichskennzahl beim Kauf und bei der Miete von Immobilien

Der Quadratmeterpreis gibt an, wie viel Kauf- oder Mietzahlung auf einen einzigen Quadratmeter Fläche entfällt. Er entsteht aus der einfachen Rechnung: Gesamtpreis geteilt durch die maßgebliche Fläche. Weil damit unterschiedlich große Objekte auf denselben Nenner gebracht werden, gilt er als zentrale Vergleichsgröße bei Immobilientransaktionen.

Welche Fläche zählt wirklich?

Das klingt einfacher als es ist. Für Wohnimmobilien ist die Wohnfläche nach Wohnflächenverordnung der übliche Bezug: Balkone gehen nur anteilig ein, Keller und nicht vollwertig ausgebaute Dachschrägen bleiben ganz oder teilweise außen vor. Bei Gewerbeimmobilien rechnet man nach MF-G oder gif-Richtlinien, bei unbebauten Grundstücken nach der Grundstücksfläche.

Das ist praktisch wichtig: Wenn zwei Angebote mit demselben Quadratmeterpreis nebeneinanderstehen, die Flächen aber unterschiedlich gemessen wurden, vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Aus der Planungspraxis kennen wir Fälle, in denen Eigentümer jahrzehntealte Grundrissmaße aus der Baugenehmigung als Wohnfläche angegeben haben und die tatsächlich nach Wohnflächenverordnung anrechenbare Fläche um zehn Prozent oder mehr abwich. Das verändert den rechnerischen Quadratmeterpreis erheblich.

Was den Preis treibt und was ihn drückt

Lage ist der stärkste Hebel, und Lage bedeutet im Remstal mehr als nur die Postleitzahl. Innerhalb von Fellbach liegen Hanglagen am Kappelberg und Wohnlagen an stark befahrenen Durchgangsstraßen beim Quadratmeterpreis weit auseinander, obwohl beide dieselbe Adresse führen. Ähnliches gilt für Kernen und Waiblingen: die Nähe zu Stuttgart und die Anbindung an den ÖPNV schlagen sich direkt in den Preisen nieder, und die Bodenrichtwerte im Kreis reichen von rund 400 bis über 600 EUR/m², wobei Fellbach, Kernen und Waiblingen am oberen Rand liegen.

Neben der Lage beeinflussen Baujahr, Gebäudezustand, Grundriss, Ausrichtung und Ausstattung den Preis. Hinzu kommen Marktbedingungen: Zinsniveau, Nachfragesituation und das aktuelle Angebot verändern, was Käufer tatsächlich zu zahlen bereit sind.

Woher verlässliche Zahlen kommen

Für Grundstücke sind die Bodenrichtwerte des Gutachterausschusses der amtliche Ausgangspunkt. In Baden-Württemberg können Sie diese kostenlos über das Portal BORIS-BW abrufen. Für Fellbach ist der eigene Gutachterausschuss zuständig, für den übrigen Rems-Murr-Kreis der Kreisausschuss.

Für Mietwohnungen liefert der Mietspiegel Orientierung über ortsübliche Vergleichsmieten. Online-Immobilienportale zeigen Angebotspreise, also das, was Verkäufer oder Vermieter zunächst verlangen. Das ist ausdrücklich nicht dasselbe wie der am Ende tatsächlich erzielte Transaktionspreis. Die Differenz zwischen Angebot und Abschluss kann je nach Marktlage mehrere Prozentpunkte betragen, in beide Richtungen.

Was Sie als Eigentümer daraus mitnehmen sollten

Wenn Sie verkaufen möchten, ist der Quadratmeterpreis ein sinnvoller Einstieg in die Marktanalyse, aber kein Endpunkt. Er sagt Ihnen, in welcher Größenordnung sich vergleichbare Objekte bewegen. Er sagt Ihnen nicht, ob Ihr Objekt wegen Lage, Zustand oder Grundriss nach oben oder unten davon abweicht. Ein zu hoch angesetzter Quadratmeterpreis führt zu langen Vermarktungszeiten und häufig zu einem schlechteren Endpreis, weil das Objekt als “Ladenhüter” wahrgenommen wird. Ein zu niedriger Preis kostet Sie bares Geld.

Wenn Sie vermieten, lohnt sich der Abgleich mit dem Mietspiegel vor jeder Neuvermietung. Und wenn Sie Mieterhöhungen begründen müssen, ist der Mietspiegel ohnehin das gesetzlich vorgeschriebene Referenzinstrument.

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