Eine Pergola ist eine offene Gartenkonstruktion aus senkrechten Stützen und waagerechten Balken, die als Rankhilfe für Kletterpflanzen dient oder schlicht Schatten spendet. Im Unterschied zu einem Pavillon fehlt das geschlossene Dach vollständig. Die Konstruktion kann als freistehender Platzrahmen im Garten stehen oder als länglicher Laubengang über einen Gartenweg führen.
Bauweisen und Materialien
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Typen: die freistehende Pergola, die als eigenständiges Element mitten im Garten errichtet wird, und die Anlehnpergola, die direkt an eine Hauswand angebaut ist. Letztere verlängert den überdachten Bereich der Terrasse und ist deshalb die häufigere Variante bei Einfamilienhäusern.
Das Dach kann ganz offen bleiben, also nur aus den Querbalken bestehen, oder mit Lamellen, Stoff oder Glas ergänzt werden. Ein verstellbares Lamellendach lässt sich an Sonne und Regen anpassen und ist heute das gefragteste Ausstattungsmerkmal. Bei Holz bleibt der natürliche Charakter erhalten, allerdings ist regelmäßige Pflege nötig. Aluminium ist wartungsärmer und langlebig, Stahl bietet besondere Stabilität bei größeren Spannweiten.
Bepflanzung
Wein, Glyzinie, Kletterrosen, Clematis oder Hopfen sind klassische Begleiter einer Pergola. Sie schaffen im Sommer natürlichen Schatten, kühlen die Umgebung durch Verdunstung und machen die Konstruktion im besten Fall zum grünen Mittelpunkt des Gartens. Realistisch einplanen sollte man, dass die Pflanzen zwei bis drei Jahre brauchen, bis sie ihre Wirkung entfalten, und dass ein regelmäßiger Rückschnitt Teil des Aufwands ist.
Rechtliche Lage nach LBO Baden-Württemberg
Ob eine Pergola genehmigungsfrei ist, hängt von ihrer Ausführung ab. Eine vollständig offene Konstruktion ohne wasserabweisendes Dach gilt nach der Landesbauordnung Baden-Württemberg in vielen Fällen als verfahrensfrei. Sobald ein festes, wasserdichtes Dach hinzukommt, kann eine Baugenehmigung erforderlich sein, genauso wenn die Pergola direkt an das Gebäude angebaut wird.
Hinzu kommt der Grenzabstand. In Baden-Württemberg liegt er in der Regel bei 2,50 Metern zur Nachbargrenze, in manchen Bebauungsplänen auch höher. Für Grundstücke in Fellbach oder Waiblingen ist die jeweils eigene untere Baurechtsbehörde die richtige Anlaufstelle. Wer in Kernen im Remstal baut, wendet sich ans Landratsamt Rems-Murr-Kreis. Aus unserer Planungserfahrung empfehlen wir, vor dem Kauf eines Bausatzes kurz beim Bauamt nachzufragen: Ein formloser Anruf spart spätere Überraschungen.
Kosten
Einfache Holzbausätze sind ab rund 500 Euro erhältlich, können aber je nach Größe und Qualität auf 6.000 Euro steigen. Aluminiumkonstruktionen liegen im Bereich von 3.000 bis 8.000 Euro. Eine elektrisch steuerbare Lamellenpergola in Maßanfertigung kostet schnell 8.000 bis 20.000 Euro, manchmal mehr. Dazu kommen Fundament (frostsicher mindestens 80 cm tief) und Montage, die zusammen noch einmal 1.000 bis 4.000 Euro ausmachen können.
Bedeutung beim Immobilienverkauf
Eine gepflegte Pergola mit hochwertiger Ausführung vergrößert den nutzbaren Außenbereich spürbar und wirkt bei Besichtigungen als starkes Argument. Besonders eine Lamellenpergola mit Beleuchtung und Heizelement gilt heute als modernes Ausstattungsmerkmal, das Käufer gezielt suchen. Wichtig ist dabei der Zustand: Eine verwitterte Holzkonstruktion mit abblätternder Lasur kann den Eindruck auch umkehren. Wer vor dem Verkauf unsicher ist, ob eine Sanierung oder ein Rückbau sinnvoller ist, sprechen Sie uns gern an, wir schauen es uns gemeinsam an.