Immobilien-ABC L

Leichtbeton


Leichter Baustoff mit Dämmeigenschaften: Was Leichtbeton für Ihr Gebäude bedeutet

Leichtbeton ist ein Betonwerkstoff, dessen Rohdichte deutlich unter der von Normalbeton liegt. Erreicht wird das durch poröse Zuschlagstoffe wie Blähton oder Bims oder durch gezielt eingebrachte Luftporen im Gefüge. Je nach Herstellungsweise unterscheidet man haufwerksporigen, porierten und gefügedichten Leichtbeton. Allen Varianten gemeinsam: Sie sind leichter als herkömmlicher Beton und dämmen Wärme besser.

Eigenschaften, die im Alltag zählen

Die porige Struktur macht Leichtbeton zu einem Material, das zwei Aufgaben gleichzeitig übernimmt: Es trägt Lasten und dämmt. Gegenüber Normalbeton ist die Druckfestigkeit zwar geringer, für viele Anwendungen im Wohnungsbau reicht sie aber vollständig aus. Das geringere Gewicht entlastet Fundamente und erleichtert Transportlogistik auf der Baustelle. Wände aus Leichtbetonsteinen lassen sich zudem einfacher bearbeiten als massive Betonbauteile: Schlitze für Leitungen fräsen, Dübel setzen, Öffnungen nachträglich einschneiden. Aus der Planung kennen wir das als einen der praktischen Vorteile monolithischer Leichtbetonwände gegenüber mehrschaligen Konstruktionen.

Wo Leichtbeton eingesetzt wird

Leichtbetonsteine sind das verbreitetste Produkt dieser Werkstoffgruppe. Sie kommen bei Außenwänden zum Einsatz, wo die Kombination aus Tragfähigkeit und Wärmeschutz gefragt ist, ebenso bei Innenwänden, Trennwänden und Schornsteinen. Als Fertigteil oder Ortbeton findet Leichtbeton auch bei Decken und Stützen Verwendung. Im mehrgeschossigen Wohnungsbau der 1970er- bis 1990er-Jahre war der Baustoff weit verbreitet. Viele Gebäude im Rems-Murr-Kreis aus dieser Zeit wurden in Leichtbetonbauweise errichtet.

Was das für Eigentümer bedeutet

Ein Haus oder eine Wohnung in Leichtbetonbauweise bringt einige Eigenschaften mit, die beim Verkauf oder bei der energetischen Einschätzung eine Rolle spielen:

  • Monolithische Leichtbetonwände haben weniger Wärmebrücken als Konstruktionen mit Dämm-Verbundsystemen, die nachträglich aufgebracht wurden.
  • Die Wandoberflächen sind gut sanierbar: Putz haftet zuverlässig, Installationsschlitze lassen sich mit vertretbarem Aufwand einbringen.
  • Der Baustoff ist langlebig und verursacht im Normalbetrieb kaum Instandhaltungsaufwand.
  • Bei einer energetischen Sanierung lässt sich Leichtbeton problemlos mit zusätzlicher Außendämmung kombinieren, wenn die vorhandene Wandstärke allein nicht mehr ausreicht.
  • Für den Energieausweis ist die genaue Rohdichteklasse relevant, weil sie den Wärmedurchgangswert beeinflusst. Unterlagen aus dem Bauarchiv oder Typenpläne helfen, den richtigen Wert zu ermitteln.

Wenn Sie ein Gebäude im Remstal verkaufen möchten und nicht sicher sind, welche Baustoffe verbaut wurden, ist das kein ungewöhnlicher Ausgangspunkt. Wir klären solche Fragen gemeinsam, bevor wir in die Vermarktung gehen, weil sie die energetische Einordnung und damit die Käufererwartungen direkt berühren.

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