Immobilien-ABC K

Kreditwürdigkeit


Was Banken wirklich prüfen, bevor sie eine Immobilienfinanzierung bewilligen

Kreditwürdigkeit beschreibt, ob eine Person in der Lage ist und die Absicht hat, einen Kredit vertragsgemäß zurückzuzahlen. Banken prüfen das vor jeder Finanzierungszusage, indem sie die wirtschaftliche Gesamtsituation, das bisherige Zahlungsverhalten und die persönliche Verlässlichkeit des Antragstellers bewerten. Das Ergebnis entscheidet nicht nur darüber, ob ein Kredit überhaupt vergeben wird, sondern auch zu welchem Zinssatz.

Was Banken konkret unter die Lupe nehmen

Im Mittelpunkt steht zunächst das Einkommen: Wie hoch ist es, wie stabil ist es, und wie lange besteht das Arbeitsverhältnis schon? Selbstständige und Freiberufler werden hier strenger bewertet als Angestellte, weil das Einkommen schwanken kann. Dazu kommen bestehende Verbindlichkeiten wie laufende Ratenkredite oder Dispokredite, vorhandenes Vermögen und das eingebrachte Eigenkapital.

Parallel dazu rufen Banken eine Schufa-Auskunft ab. Dort sind frühere Kredite, aktuelle Verbindlichkeiten und, falls vorhanden, negative Ereignisse wie Mahnverfahren oder Zahlungsausfälle vermerkt. Aus all diesen Daten errechnen viele Banken einen Score-Wert. Je besser dieser Wert, desto günstiger der angebotene Zinssatz. Wer mit einem schwachen Score in die Verhandlung geht, zahlt spürbar mehr oder bekommt gar keine Zusage.

Was das für Käufer im Remstal bedeutet

In Fellbach, Kernen und Waiblingen bewegen sich Bodenrichtwerte am oberen Ende des Kreisvergleichs, häufig zwischen 500 und 610 EUR/m². Wer hier kauft, finanziert entsprechende Kaufpreise. Ein halber Prozentpunkt mehr Zinsen wegen mittelmäßiger Bonität summiert sich über eine 20-jährige Laufzeit schnell auf mehrere Zehntausend Euro. Die Kreditwürdigkeit ist damit keine abstrakte Bankkennziffer, sondern ein handfester Kostenfaktor.

Dazu kommt: Die Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg beträgt 5,0 % des Kaufpreises und muss in der Regel aus Eigenkapital gedeckt werden. Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto besser fällt üblicherweise auch die Bonitätsbewertung aus.

Beispielrechnung

Ein Haushalt aus Kernen finanziert eine Doppelhaushälfte zum Kaufpreis von 620.000 EUR. Nach Eigenkapitaleinsatz verbleiben 480.000 EUR als Darlehensbetrag.

  • Bonität sehr gut, Zinssatz 3,50 %: monatliche Rate rund 2.400 EUR, Gesamtzinslast über 20 Jahre ca. 96.000 EUR
  • Bonität durchschnittlich, Zinssatz 4,10 %: monatliche Rate rund 2.650 EUR, Gesamtzinslast über 20 Jahre ca. 132.000 EUR

Der Unterschied von 0,60 Prozentpunkten kostet diesen Haushalt rund 36.000 EUR mehr. Das ist kein Rechenfehler, sondern das Ergebnis einer Bonitätsbewertung, die die meisten Käufer unterschätzen.

Bonität gezielt verbessern, bevor es ernst wird

Wer in absehbarer Zeit kaufen möchte, kann seine Ausgangslage aktiv verbessern. Kleinere Ratenkredite und Dispokredite vorher tilgen, keine neuen Verbindlichkeiten eingehen und die eigene Schufa-Auskunft rechtzeitig auf Fehler prüfen: Das sind die wirksamsten Stellschrauben. Die Schufa stellt einmal jährlich kostenlos eine Selbstauskunft zur Verfügung, und fehlerhafte Einträge lassen sich korrigieren lassen. Wer sechs bis zwölf Monate vor dem geplanten Kauf damit beginnt, hat deutlich mehr Spielraum als jemand, der erst beim Notartermin merkt, dass die Bank zögert.

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