Immobilien-ABC K

Kostenvoranschlag


Was ein Kostenvoranschlag verspricht, was er nicht bindet – und wo Eigentümer aufpassen sollten

Ein Kostenvoranschlag ist eine kalkulierte Schätzung der voraussichtlichen Kosten für eine Bau- oder Handwerksleistung, erstellt vor Auftragserteilung. Er ist kein verbindliches Preisversprechen. Das Gesetz erlaubt dem Handwerker, die genannte Summe zu überschreiten, verpflichtet ihn aber, Sie sofort zu informieren, sobald eine wesentliche Abweichung absehbar wird.

Was ein seriöser Kostenvoranschlag enthält

Ein brauchbarer Kostenvoranschlag schlüsselt die Arbeiten positionsweise auf: genaue Leistungsbeschreibung, Materialmengen, Lohn- und Materialkosten getrennt, Mehrwertsteuer ausgewiesen. Dazu gehören der voraussichtliche Zeitrahmen und ausdrückliche Vorbehalte, etwa wenn bestimmte Arbeiten von Vorbefunden abhängen. Je detaillierter diese Aufschlüsselung, desto leichter können Sie mehrere Angebote sachlich vergleichen, weil Sie sehen, ob Handwerker A schlicht günstigere Materialien einkalkuliert hat als Handwerker B.

Was der Kostenvoranschlag nicht enthält, ist für spätere Streitigkeiten mindestens so wichtig: Fehlen Positionen oder bleibt der Leistungsumfang vage, entstehen Nachtragsangebote. Aus der Planung kennen wir Situationen, in denen eine grob formulierte Leistungsbeschreibung den Endpreis effektiv verdoppelt hat.

Was „unverbindlich” rechtlich bedeutet

Überschreitungen von mehr als zwanzig Prozent gelten als wesentlich. Bei wesentlichen Abweichungen muss der Handwerker Sie unverzüglich informieren, und zwar bevor die Mehrarbeit ausgeführt wird, nicht danach. Erfahren Sie erst aus der Schlussrechnung davon, haben Sie gute Argumente, die Zahlung des Mehrbetrags zu verweigern.

Die Erstellung eines Kostenvoranschlags ist grundsätzlich kostenlos. Ein Handwerker darf sie nur dann in Rechnung stellen, wenn Sie das vorher ausdrücklich vereinbart haben. Manche Betriebe berechnen einen Aufwand für Besichtigung und Aufmaß; das ist üblich und legitzt, muss aber transparent kommuniziert sein.

Was das für Eigentümer vor einem Verkauf bedeutet

Wer sein Haus oder seine Wohnung im Remstal verkaufen will, steht häufig vor der Frage, ob sich eine Sanierung vor dem Verkauf rechnet. Dafür brauchen Sie belastbare Zahlen. Drei Kostenvoranschläge für dieselbe Leistung zeigen Ihnen die tatsächliche Preisspanne und helfen Ihnen zu entscheiden, ob die Investition den erzielbaren Mehrerlös rechtfertigt.

Planen Sie die Finanzierung auf Basis eines Kostenvoranschlags, sollten Sie realistisch einen Puffer von fünfzehn bis zwanzig Prozent einkalkulieren. Unvorhergesehenes, etwa verdeckte Feuchtigkeitsschäden oder statische Überraschungen in Bestandsgebäuden, taucht im Kostenvoranschlag nicht auf, weil es zum Zeitpunkt der Besichtigung noch nicht erkennbar war.

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