Immobilien-ABC I

Instandhaltung


Was Eigentümer tun müssen, damit ein Gebäude nicht still und leise an Wert verliert

Instandhaltung bezeichnet alle Maßnahmen, die dafür sorgen, dass ein Gebäude in dem Zustand bleibt, den es haben soll. Der Begriff ist weiter gefasst als er auf den ersten Blick wirkt: Er schließt regelmäßige Wartung, wiederkehrende Inspektionen und vorausschauende Reparaturen ein, bevor etwas ernsthaft kaputtgeht. Davon zu unterscheiden ist die Instandsetzung, die auf eingetretene Schäden reagiert, und die Modernisierung, die den Standard eines Gebäudes gezielt anhebt.

Was Eigentümer schulden

Wer eine Immobilie besitzt, ist zur Instandhaltung verpflichtet. Das hat zwei Seiten. Erstens die Verkehrssicherungspflicht: Dach, Treppen, Außenanlagen und technische Anlagen müssen so beschaffen sein, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht. Zweitens die vertragliche Pflicht gegenüber Mietern: Vermieter müssen ein Objekt während der gesamten Mietzeit in einem Zustand halten, der dem vereinbarten Gebrauch entspricht. Wer das vernachlässigt, haftet.

Bei Wohnungseigentum kommt eine dritte Ebene dazu. Das Wohnungseigentumsgesetz trennt zwischen Sondereigentum, für das jeder Eigentümer selbst zuständig ist, und Gemeinschaftseigentum, das die Eigentümergemeinschaft gemeinsam zu unterhalten hat. Für das Gemeinschaftseigentum, also Dach, Fassade, Treppenhaus, Heizungsanlage und mehr, trägt keine Einzelperson allein die Verantwortung, aber alle tragen sie zusammen.

Hinzu kommen gesetzliche Prüfpflichten, etwa für Aufzüge oder Heizungsanlagen. Wer diese Fristen nicht einhält, riskiert im Schadensfall Probleme mit der Versicherung und im schlimmsten Fall persönliche Haftung.

Vorausschauend planen statt teuer nachbessern

Aus der Planung kennen wir den Effekt gut: Ein Dach, das regelmäßig kontrolliert und an den richtigen Stellen nachgebessert wird, hält deutlich länger als eines, das man einfach vergisst, bis es irgendwann durchnässt. Vorbeugende Wartung verlängert die Lebensdauer von Bauteilen und hält die Gesamtkosten über die Jahre niedriger als das Reparieren nach Schadenseintritt.

Für Wohnungseigentum gehört dazu eine langfristige Planung absehbarer Maßnahmen. Die Instandhaltungsrücklage, die Eigentümergemeinschaften regelmäßig ansparen, soll genau das finanzieren. Fällt sie zu niedrig aus, drohen Sonderumlagen. Wie realistisch eine Rücklage bemessen ist, lässt sich beim Kauf einer Eigentumswohnung an den Wirtschaftsplänen und Protokollen der vergangenen Eigentümerversammlungen ablesen.

Was das beim Verkauf bedeutet

Ein gepflegter Instandhaltungszustand ist kein nettes Extra, er ist ein Preisargument. Wenn wir ein Objekt im Remstal bewerten, schauen wir uns den baulichen Zustand genau an: Wann wurde zuletzt das Dach erneuert, wie alt ist die Heizung, gibt es sichtbare Mängel an Fassade oder Fenstern? Ein Haus in Fellbach oder Kernen, das in gut erhaltenen Lagen liegt und baulich solide dasteht, erzielt andere Preise als ein vergleichbares Objekt mit erkennbarem Sanierungsstau.

Umgekehrt lässt sich unterlassene Instandhaltung am Markt kaum verbergen. Kaufinteressenten und ihre Gutachter schauen genau hin. Wer als Eigentümer Mängel kennt, ist ohnehin zur Offenlegung verpflichtet. Seriöse Vermarktung bedeutet daher, den Zustand klar zu benennen und den Preis entsprechend zu begründen, nicht zu beschönigen.

Dokumentation lohnt sich

Eine lückenlose Dokumentation aller durchgeführten Wartungen, Reparaturen und Prüfungen hat beim Verkauf einen praktischen Wert. Sie zeigt Interessenten, dass mit dem Objekt sorgsam umgegangen wurde, und gibt Anlass, weniger um den Preis zu feilschen. Gleichzeitig schützt sie den Eigentümer, wenn nach dem Verkauf Fragen zu bekannten Mängeln auftauchen.


Häufige Frage: Ich will mein Haus verkaufen. Muss ich noch in Instandhaltung investieren, bevor ich es auf den Markt bringe?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, die Antwort hängt vom konkreten Zustand ab. Kleinere, sichtbare Mängel, etwa ein tropfender Dachrinnenanschluss oder eine defekte Heizungssteuerung, lohnt es sich oft zu beheben, weil sie den Eindruck des Objekts bei Besichtigungen unverhältnismäßig stark belasten. Größere Sanierungen hingegen rechnen sich selten, weil der erzielbare Mehrerlös die Investitionskosten in der Regel nicht übertrifft. Sinnvoller ist es, den Zustand transparent zu dokumentieren und den Preis realistisch anzusetzen. Wir schauen uns das gemeinsam an und geben Ihnen eine klare Einschätzung, was sich lohnt und was nicht.

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