Immobilien-ABC I

Immobilienmakler


Was ein Immobilienmakler leistet, was er kostet und woran Sie einen guten erkennen.

Ein Immobilienmakler vermittelt gewerbsmäßig Immobilien: zwischen Verkäufern und Käufern, zwischen Vermietern und Mietern. Dafür braucht er eine Erlaubnis nach der Gewerbeordnung und eine Berufshaftpflichtversicherung. Was er darüber hinaus tatsächlich leistet, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter erheblich.

Was ein Makler konkret tut

Der Leistungsumfang beginnt schon vor dem ersten Inserat. Ein Makler ermittelt einen realistischen Marktpreis, bereitet das Objekt für die Vermarktung auf und erstellt das Exposé. Dann folgen Werbeschaltung, Interessentenqualifikation, Besichtigungen und Preisverhandlung. Am Ende koordiniert er die Vertragsabwicklung mit dem Notariat.

Wie detailliert das geschieht, steht im Maklervertrag. Wer nur eine Anzeige aufschalten und Besichtigungstermine weitergeben will, leistet formell das Minimum. Wer den Käufer auf Bonität prüft, Einwände in der Verhandlung sachlich aufgreift und auch nach dem Notartermin ansprechbar bleibt, leistet mehr. Der Unterschied wird beim Verkaufsergebnis sichtbar, manchmal auch beim Zeitaufwand für Sie als Eigentümer.

Provision und gesetzliche Spielregeln

Beim Verkauf von Wohnimmobilien gilt seit Dezember 2020 das Halbteilungsprinzip nach §§ 656c und 656d BGB: Wer den Makler beauftragt, trägt mindestens die Hälfte der Provision. Im Remstal ist es üblich, dass beide Seiten je 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer zahlen, also je Seite die Hälfte einer Gesamtprovision von 7,14 Prozent. Weder Käufer noch Verkäufer können sich durch Verhandlungstaktik vollständig heraushalten, solange der Makler von beiden Seiten arbeitet.

Bei Mietwohnungen gilt das Bestellerprinzip strenger: Wer den Makler beauftragt, zahlt ihn. Vermieter, die selbst einen Makler einschalten, können die Kosten nicht auf den Mieter umlegen.

Die Provisionshöhe und alle Zahlungsmodalitäten müssen vor Vertragsschluss klar vereinbart sein. Fragen Sie, bevor Sie unterschreiben.

Woran Sie einen seriösen Makler erkennen

Drei Punkte helfen bei der Einschätzung. Erstens: Transparenz über Leistungsumfang und Kosten, bevor Sie einen Auftrag erteilen. Zweitens: nachweisbare Ortskenntnis. Im Remstal liegen Hanglagen am Kappelberg und Wohnlagen an stark befahrenen Durchgangsstraßen manchmal nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt, aber preislich weit auseinander. Ein Makler ohne echte Kenntnis dieser Unterschiede bewertet unscharf. Drittens: Referenzen und Kundenbewertungen, die Sie eigenständig nachvollziehen können.

Mitgliedschaften in Berufsverbänden oder Zertifizierungen können ein Hinweis auf Qualitätsanspruch sein, ersetzen aber nicht den persönlichen Eindruck und das Gespräch. Wer Ihnen beim ersten Treffen unbequeme Wahrheiten über Ihren Verkaufspreis nennt, anstatt eine unrealistisch hohe Zahl zu versprechen, handelt in Ihrem Interesse.

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