Wer kauft, baut oder saniert, muss nicht alles aus eigener Tasche finanzieren. Staatliche Förderung umfasst zinsgünstige Darlehen, direkte Zuschüsse und steuerliche Abzugsmöglichkeiten, die je nach Vorhaben erheblich ins Gewicht fallen können. Der Überblick fällt nicht leicht, weil mehrere Fördertöpfe nebeneinander existieren und sich die Regeln regelmäßig ändern.
Wer fördert was
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist der größte Fördergeber für private Immobilien in Deutschland. Sie vergibt zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse für Neubau, Kauf und Sanierung. Der Antrag läuft immer über die eigene Hausbank, nicht direkt bei der KfW.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) arbeitet anders: Es zahlt Direktzuschüsse, vor allem beim Heizungstausch und bei erneuerbaren Energien. Wer eine Wärmepumpe, Solarthermie oder Biomasseheizung einbaut, bekommt den Zuschuss nach Fertigstellung ausgezahlt, ohne einen Kredit aufzunehmen.
Ergänzend dazu bietet die L-Bank als Förderbank des Landes Baden-Württemberg eigene Programme an, die sich besonders an Familien richten. Manche Kommunen legen zusätzlich eigene Mittel auf. Im Rems-Murr-Kreis lohnt es sich, vor dem Kauf oder dem Baubeginn gezielt bei der jeweiligen Gemeinde nachzufragen.
KfW: Die wichtigsten Programme im Überblick
Das Wohneigentumsprogramm (Programm 124) steht ohne Einkommensgrenze allen offen. Es ermöglicht Kredite bis 100.000 Euro für Kauf oder Neubau zu Konditionen unterhalb des Marktüblichen.
Für energieeffiziente Neubauten gibt es das Programm „Klimafreundlicher Neubau” (KFN) mit Krediten bis 150.000 Euro je Wohneinheit, sofern der Standard Effizienzhaus 40 erreicht wird. Familien mit mindestens einem Kind können beim Programm „Wohneigentum für Familien” (WEF) bis zu 270.000 Euro erhalten, wenn das Haushaltseinkommen die Grenze nicht überschreitet.
Für Sanierungen greift die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Hier sind Kredite bis 150.000 Euro möglich, bei besonders effizienten Ergebnissen zusätzlich Tilgungszuschüsse. Auch Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Fenstererneuerung sind förderfähig, nicht nur die Komplettsanierung.
BAFA: Zuschüsse beim Heizungstausch
Wer eine alte Gas- oder Ölheizung austauscht, kann beim BAFA mehrere Förderbestandteile kombinieren. Die Grundförderung liegt bei 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Dazu kommen ein zeitlich befristeter Bonus für besonders schnellen Tausch sowie ein Einkommensbonus für Haushalte mit geringerem Jahreseinkommen. In der Spitze sind bis zu 70 Prozent förderbar. Seit 2024 werden fossile Heizungen (Gas, Öl) nicht mehr bezuschusst.
Steuerliche Wege
Wer keine Förderprogramme nutzt oder nicht kombinieren kann, hat unter Umständen steuerliche Alternativen. Paragraph 35c EStG erlaubt für selbstgenutztes Wohneigentum den Abzug von 20 Prozent der Sanierungskosten über drei Jahre, maximal 40.000 Euro gesamt. Diese Option lässt sich nicht mit KfW- oder BAFA-Mitteln für dieselbe Maßnahme verbinden.
Vermieter mit denkmalgeschützten Objekten können Sanierungskosten über die Denkmalschutzabschreibung geltend machen. Im Remstal gibt es vereinzelt ältere Gebäude mit Denkmalstatus, bei denen das relevant wird. Handwerkerleistungen lassen sich unabhängig davon jedes Jahr bis zu einem Betrag von 1.200 Euro von der Steuer abziehen.
Was Sie vor dem Antrag wissen müssen
Förderanträge müssen vor Beginn der Maßnahme gestellt sein. Als Beginn gilt bereits die Auftragsvergabe, nicht erst der Spatenstich oder der erste Handgriff. Wer zu spät antritt, verliert den Anspruch.
Verschiedene Programme lassen sich kombinieren. KfW-Darlehen, Landesförderung der L-Bank und Riester-Zulagen können für ein Vorhaben gleichzeitig beantragt werden. Was nicht geht: KfW oder BAFA für dieselbe Maßnahme mit der steuerlichen Förderung nach Paragraph 35c zu verknüpfen.
Für die Optimierung der Förderkombination empfiehlt sich ein zugelassener Energieberater. Die Beratungskosten selbst sind zu einem großen Teil förderfähig. Gerade bei energetischen Sanierungen in Fellbach oder Waiblingen, wo Bestandsgebäude aus den 1960er und 1970er Jahren häufig anzutreffen sind, macht diese Vorarbeit den Unterschied zwischen einer soliden und einer sehr guten Förderquote.