Immobilien-ABC D

Dachgaube


Aufbau in der Dachfläche, der Stehhöhe, Licht und Wohnfläche ins Dachgeschoss bringt

Eine Dachgaube ist ein seitlich und oben geschlossener Aufbau, der aus der geneigten Dachfläche herausragt und ein senkrechtes Fenster trägt. Im Unterschied zum Dachflächenfenster, das bündig in die Dachschräge eingebaut wird, entsteht bei der Gaube ein eigener kleiner Dachkörper mit eigenem Kleindach. Das bringt zweierlei: Stehhöhe dort, wo das Dach sonst zu niedrig wäre, und Tageslicht, das waagerecht einfällt statt schräg von oben.

Was eine Gaube im Dachgeschoss verändert

Der entscheidende Unterschied zur Dachschräge liegt in der nutzbaren Fläche. Nach der Wohnflächenverordnung zählt ein Bereich erst dann vollständig zur Wohnfläche, wenn die lichte Raumhöhe mindestens zwei Meter beträgt. Eine gut geplante Gaube hebt genau diesen Bereich aus dem Einschränkungsbereich heraus. Pro Gaube sind je nach Breite und Bauart zwei bis sechs Quadratmeter zusätzlich anrechenbar.

Dazu kommt das Raumgefühl: Ein senkrechtes Fenster lässt sich öffnen, bietet einen Ausblick auf Augenhöhe und hellt auch dann auf, wenn die Sonne tief steht. Wer im Remstal ein Dachgeschoss vermieten oder verkaufen will, merkt schnell, dass Interessenten den Unterschied zwischen einer richtigen Gaube und einem rein verglasten Dachflächenfenster sehr wohl wahrnehmen.

Gaubentypen und ihre Eigenschaften

Die häufigste Form ist die Schleppgaube: Ihr Pultdach fällt nach vorne ab, die Stirnfläche ist groß, der Raumgewinn entsprechend hoch. Baulich ist sie die unkomplizierteste Lösung und daher auch die günstigste. Die Satteldachgaube läuft spitz zu wie ein kleines Haus, fügt sich in klassische Dachlandschaften harmonisch ein, liefert aber weniger Nutzfläche. Walmdach- und Fledermausgauben sind handwerklich aufwändiger und passen eher zu repräsentativen oder denkmalgeschützten Gebäuden. Die Flachdachgaube wirkt modern und erlaubt große Glasflächen; die Abdichtung zwischen Gaube und Dach ist hier der kritische Punkt und sollte regelmäßig kontrolliert werden.

Schlüsselfertige Kosten liegen je nach Typ und Größe grob zwischen 7.000 und 20.000 Euro pro Einheit. Aus der Planung kennen wir Fälle, in denen eine einzelne, gut positionierte Schleppgaube den Unterschied zwischen einem kaum vermietbaren und einem gefragten Dachgeschoss gemacht hat.

Baugenehmigung und was im Remstal gilt

In Baden-Württemberg gilt die Landesbauordnung (LBO BW), und Dachgauben sind dort in der Regel genehmigungspflichtig. Eine verfahrensfreie Ausnahme für kleine Gauben, wie sie etwa Bayern kennt, gibt es hier nicht pauschal. Vor dem Bau lohnt deshalb immer ein Blick in den Bebauungsplan und ein kurzes Gespräch mit der zuständigen Baurechtsbehörde.

Für Eigentümer in Fellbach und Waiblingen ist das die jeweilige untere Baurechtsbehörde der Großen Kreisstadt. Für Kernen im Remstal ist das Landratsamt Rems-Murr-Kreis zuständig. Typische Auflagen betreffen die Gesamtbreite der Gauben im Verhältnis zur Dachfläche (häufig maximal ein Drittel), die Firsthöhe, Abstände zwischen den einzelnen Aufbauten sowie Material und Farbe. Die Bearbeitungszeit bewegt sich erfahrungsgemäß zwischen vier und zwölf Wochen, die Genehmigungsgebühren zwischen 200 und 800 Euro. Wer baut, bevor die Genehmigung vorliegt, riskiert eine Rückbauverfügung.

Statik, Dämmung und Ausbau

Jede Gaube schneidet Sparren durch. An diesen Stellen muss die Dachkonstruktion durch sogenannte Wechsel, also quer eingefügte Balken, ergänzt werden, damit die Last der unterbrochenen Sparren sicher abgeleitet wird. Bei älteren Dächern sollte vorher geprüft werden, ob die vorhandene Konstruktion das zusätzliche Gewicht und die Schneelasten trägt. Für größere Gauben ist ein statischer Nachweis durch ein Ingenieurbüro Pflicht; der Aufwand liegt üblicherweise bei 500 bis 1.500 Euro.

Bei der Dämmung gelten die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes. Der U-Wert der Gaubenflüche sollte den aktuellen Anforderungen genügen, die Anschlussbereiche zum bestehenden Dach sind wärmetechnisch die heikelsten Stellen. Dreifachverglaste Fenster sind heute Standard und helfen, Wärmebrücken an der Laibung zu begrenzen. Wer die Gaube im Zuge einer energetischen Sanierung einbaut, kann unter Umständen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Anspruch nehmen.

Alle Begriffe von A bis Z

Konkreter Fall?

Reden wir darüber


Ein Lexikonartikel beantwortet die allgemeine Frage. Was er in Ihrem Fall bedeutet, klären wir am besten im Gespräch. Das kostet nichts.

Kontakt aufnehmen +49 711 25515738