Immobilien-ABC I

Innenausbau


Was nach dem Rohbau kommt: Kosten, Gewerke und was Eigenleistung wirklich bringt.

Mit dem Rohbau steht das Gebäude, aber bewohnbar ist es noch lange nicht. Innenausbau bezeichnet alles, was danach kommt: sämtliche Installationen, Oberflächen und Einbauten, bis ein Gebäude tatsächlich bezugsfertig ist. Dieser Abschnitt macht typischerweise 40 bis 50 Prozent der gesamten Baukosten aus. Wer den Innenausbau unterschätzt, erlebt böse Überraschungen im Budget.

Die Gewerke im Überblick

Elektro, Sanitär und Heizung bilden das Rückgrat des Innenausbaus. Die Elektroinstallation umfasst Verteiler, Leitungen, Schalter, Steckdosen und Beleuchtung. Der Anschluss ans Netz darf ausschließlich durch einen zugelassenen Meisterbetrieb erfolgen, das ist keine Empfehlung, sondern Vorschrift. Sanitärarbeiten beinhalten Wasserleitungen, Abwasserführung und alle Nassraum-Installationen, und sind in der Regel der teuerste Einzelposten im gesamten Ausbau. Die Heizungsanlage, heute häufig eine Wärmepumpe, kommt ebenfalls in dieser Phase.

Trockenbau für Innenwände und Decken sowie der Estrich als Untergrund für alle Bodenbeläge schließen sich an. Beim Estrich gilt eine einfache Faustregel: Pro Zentimeter Schichtdicke braucht er etwa eine Woche Trocknungszeit. Wer das nicht einplant, riskiert Folgeschäden bei Parkett oder Fliesen.

Reihenfolge und Koordination

Die Abfolge der Gewerke ist nicht beliebig. Rohinstallationen laufen zuerst, noch in offenen Wänden und Decken. Danach kommen Fenster, Außentüren und Dachdämmung, bevor mit dem Trockenbau und dem Estrich der eigentliche Innenausbau beginnt. Innenputz, Fliesenarbeiten in Nassbereichen, Bodenbeläge, Malerarbeiten und schließlich Innentüren sowie die Feininstallation aller technischen Anlagen folgen in dieser Reihenfolge. Aus der Planung kennen wir viele Fälle, in denen Koordinationsfehler zwischen den Gewerken teurer wurden als der ursprüngliche Mehraufwand für eine sorgfältige Bauleitung.

Was der Innenausbau kostet

Bei einfachem Standard rechnen Bauherren mit etwa 400 bis 600 Euro je Quadratmeter, bei mittlerem Standard mit 600 bis 900 Euro und bei gehobenem Ausbau mit 900 bis 1.500 Euro. Für ein Haus mit 150 Quadratmetern bedeutet das bei mittlerem Standard grob 90.000 bis 135.000 Euro, allein für den Innenausbau. Wer im Remstal baut, sollte außerdem bedenken, dass Handwerker hier gut ausgelastet sind und Wartezeiten den Zeitplan strecken können.

Was Eigenleistung tatsächlich bringt

Malerarbeiten, Bodenbeläge aus Laminat oder Vinyl, Trockenbau und das Einsetzen von Innentüren eignen sich für handwerklich versierte Bauherren gut zur Eigenleistung. Die mögliche Ersparnis liegt dabei im Bereich von 20.000 bis 40.000 Euro. Was nicht in Eigenregie gemacht werden darf: der Elektroanschluss, Gas- und Wasseranschlüsse sowie die Inbetriebnahme der Heizung. Für all das ist ein konzessionierter Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben. Unser Rat: Lieber weniger Gewerke selbst übernehmen und diese dafür sauber ausführen, als sich zu viel vorzunehmen und am Ende nacharbeiten zu lassen.

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