Immobilien-ABC F

Fenster


Verglaste Öffnungen in der Gebäudehülle: Licht, Luft und Wärmedämmung in einem Bauteil

Fenster verbinden Innen und Außen: Sie sorgen für Tageslicht, frische Luft und Sichtkontakt, schirmen dabei aber gleichzeitig gegen Kälte, Lärm und Niederschlag ab. Wie gut sie das tun, entscheidet über Heizkosten, Schlafqualität und Wohnbehaglichkeit. Für Eigentümer, die verkaufen oder sanieren wollen, sind Fenster deshalb selten ein Nebenschauplatz.

Welche Fensterarten es gibt und wo sie sinnvoll sind

Das Dreh-Kipp-Fenster ist in deutschen Wohnräumen der Standardfall. Es lässt sich vollständig öffnen oder zum Lüften kippen, ist pflegeleicht und kommt mit handelsüblichem Zubehör zurecht. Festverglasungen kommen dort zum Einsatz, wo Licht gewünscht, Öffnen aber nicht nötig oder nicht sinnvoll ist, etwa bei sehr großen Glasflächen oder bodentiefen Fassadenelementen. Schiebefenster und Hebeschiebeelemente sparen Schwenkraum, sind deshalb an Terrassentüren und engen Balkonen beliebt, kosten aber in der Anschaffung mehr. Dachfenster folgen eigenen Regeln: Sie sind in Dachschrägen eingebaut, müssen stärker gegen Schlagregen abgedichtet sein und unterliegen in Baden-Württemberg je nach Lage und Größe den Vorgaben der Landesbauordnung sowie des jeweiligen Bebauungsplans.

Energetische Qualität: Uw-Wert, g-Wert und die Anschlüsse

Der entscheidende Kennwert ist der Uw-Wert, der Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters einschließlich Rahmen. Je niedriger er ist, desto weniger Wärme geht verloren. Dreifachverglasungen erreichen heute Uw-Werte unter 0,8 und sind Voraussetzung für KfW-Effizienzhausstandards. Dazu kommt der g-Wert: Er beschreibt, wie viel Sonnenwärme durch die Scheibe ins Rauminnere gelangt. Ein hoher g-Wert ist im Winter ein Vorteil, im Sommer ein Problem, weshalb Orientierung und Verschattung bei der Planung immer mitgedacht werden müssen.

Aus der Planung kennen wir eine häufige Schwachstelle: Der neue Rahmen sitzt einwandfrei, aber der Anschluss zum Mauerwerk ist undicht oder bildet eine Wärmebrücke. Dann verpufft ein Großteil der Einsparung. Wer in Fellbach oder Waiblingen eine ältere Bestandsimmobilie mit Einfachverglasung oder einfachen Isolierglasfenstern aus den 1980ern verkauft, sollte wissen, dass Käufer den Austausch einkalkulieren und das in der Preisverhandlung thematisiert wird.

Schallschutz: besonders relevant an Durchgangsstraßen

Fenster werden in Schallschutzklassen eingeteilt, die von 1 bis 6 reichen. Klasse 1 dämpft kaum, Klasse 6 filtert bis zu 50 Dezibel heraus. Für Wohnlagen an Durchgangsstraßen, und davon gibt es im Rems-Murr-Kreis einige, ist die Schallschutzklasse kein Detail, sondern ein handfestes Verkaufsargument. Asymmetrische Verglasung mit unterschiedlichen Scheibendicken und Verbundglas mit einlaminierter Schallschutzfolie verbessern die Dämmwirkung spürbar gegenüber einfachem Isolierglas gleicher Stärke. Auch hier gilt: Der Einbau ist genauso wichtig wie das Produkt. Undichte Leibungsanschlüsse heben den besten Schallschutz schnell wieder auf.

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