Eine Doppelfassade besteht aus zwei voneinander getrennten Fassadenschichten mit einem definierten Zwischenraum dazwischen. Die äußere Schicht übernimmt Witterungsschutz und Gestaltung, die innere Schicht Wärmedämmung und Abdichtung. Der Hohlraum zwischen beiden erfüllt bauphysikalische Aufgaben: Er dient als thermischer Puffer, Schallschutzzone und Wartungsebene.
Wie die Konstruktion aufgebaut ist
Es gibt drei verbreitete Varianten. Bei der Kastenfensterfassade werden zwei Fensterelemente mit einem schmalen Zwischenraum kombiniert. Das bringt hohen Schallschutz bei guten Dämmwerten, macht den Aufbau aber vergleichsweise aufwendig. Die Korridorfassade legt den Zwischenraum als begehbaren Wartungsgang über die gesamte Gebäudebreite an, was Instandhaltung erleichtert und den Klimapuffer großflächig wirken lässt. Schachtfassaden unterteilen diesen Bereich vertikal in einzelne Segmente und können so zonenweise auf unterschiedliche Anforderungen reagieren.
Der Zwischenraum wird je nach Konzept natürlich belüftet (über Auftrieb und Windeffekte), mechanisch mit kontrollierter Luftführung betrieben oder vollständig geschlossen gehalten. Welche Variante sinnvoll ist, hängt vom Standort, der Nutzung und dem gewünschten Komfortniveau ab. Aus der Planung kennen wir Projekte, bei denen genau diese Entscheidung falsch getroffen wurde und im Betrieb zu dauerhaft erhöhten Wartungskosten geführt hat.
Was die Doppelfassade energetisch bringt
Im Winter mindert der Luftpuffer die Wärmeverluste der inneren Schicht spürbar, weil der Zwischenraum nie so kalt wird wie die Außenluft. Im Sommer kann gezielt Luft durch den Spalt geführt werden, die aufgestaute Wärme abtransportiert, bevor sie ins Gebäude gelangt. Besonders wertvoll: Sonnenschutzanlagen lassen sich im Zwischenraum unterbringen, wo sie vor Regen und Wind geschützt sind und deutlich länger halten als außen liegende Systeme.
Für Eigentümer, die ein solches Gebäude verkaufen oder vermieten wollen, ist der Energieausweis hier aussagekräftig: Ein gut geplanter Doppelfassaden-Bau erreicht niedrige Kennwerte, was sich direkt auf die Betriebskosten und damit auf die Vermietbarkeit auswirkt.
Schallschutz als Vermarktungsargument
Gerade im Remstal, wo Wohnlagen an Bundesstraßen oder in Bahnnähe und ruhige Hanglagen manchmal keine hundert Meter voneinander entfernt liegen, ist Schallschutz ein echter Preisfaktor. Eine Doppelfassade trennt Außen- und Innenschale durch einen Luftspalt, der Schall erheblich dämpft. Gleichzeitig ist Lüften möglich, ohne Lärm ins Gebäude zu lassen. Für Bürogebäude, aber auch für Wohnimmobilien an viel befahrenen Straßen, erhöht das Vermietbarkeit und rechtfertigt höhere Mieten.
Kosten, Wartung und was beim Kauf zu prüfen ist
Eine Doppelfassade ist in Erstellung und Planung deutlich teurer als eine konventionelle Fassade. Ob sich das über Energieeinsparungen und höhere Erlöse langfristig rechnet, hängt stark von Nutzung und Standort ab. Eine pauschale Antwort gibt es hier nicht.
Was beim Kauf eines Gebäudes mit Doppelfassade unbedingt geprüft werden sollte: der Zustand der Lüftungsanlage, der Sonnenschutzsysteme und der Zwischenraumkonstruktion selbst. Begehbare Korridor- und Schachtfassaden erleichtern die Wartung, erfordern sie aber auch regelmäßig. Wer diese Instandhaltungskosten nicht von Anfang an einkalkuliert, erlebt böse Überraschungen. Wir empfehlen bei Kaufinteresse an solchen Objekten immer, die Wartungsdokumentation der letzten Jahre anzufordern und technisch prüfen zu lassen.