Immobilien-ABC C

Citylage


Zentrale Innenstadtlage: Was sie auszeichnet, was sie kostet und für wen sie passt

Eine Citylage bezeichnet eine Immobilie in der Kernzone einer Stadt: umgeben von Einzelhandel, Gastronomie, Büros und kulturellen Einrichtungen, gut ans öffentliche Verkehrsnetz angebunden und mit einem Versorgungsangebot, das sich fast vollständig zu Fuß erledigen lässt. Die Nachfrage ist hoch, das Angebot begrenzt, und die Preise spiegeln beides wider.

Was eine Citylage ausmacht

Das Gebäudespektrum reicht von gründerzeitlichen Altbauten bis zu modernen Neubauten. Die Bebauungsdichte ist hoch, private Grünflächen sind selten, Innenhöfe oft winzig. Parkplätze sind knapp, Anwohnerparken kostet, und Tiefgaragenstellplätze können 100–300 EUR monatlich kosten. Wer kein eigenes Auto braucht, kommt damit gut zurecht. Wer täglich fährt, nicht.

Die Kehrseite des pulsierenden Stadtlebens ist akustischer Natur: Lieferverkehr am frühen Morgen, Straßenbahn oder Bus vor dem Fenster, Restaurantbetrieb bis in die Nacht. Das gehört zur Citylage dazu und lässt sich bauerisch kaum beseitigen. Schallschutzfenster können die Situation verbessern, lösen sie aber nicht.

Im Remstal gibt es klassische Citylagen im engeren Sinne vor allem in Waiblingen und Fellbach. Die Innenstadt Waiblingens mit Fußgängerzone und S-Bahn-Anschluss, aber auch die Fellbacher Innenstadt rund um Marktplatz und Bahnhof kommen dem Charakter einer Citylage nahe. Typische Merkmale einer Metropol-City erreicht die Region zwar nicht, aber die Nachfragestruktur ist ähnlich: Berufspendler nach Stuttgart, ältere Menschen mit Fokus auf kurze Wege, Singles und Paare ohne Flächenbedarf.

Für wen diese Lagen funktionieren

Berufstätige mit zentralem Arbeitsplatz profitieren spürbar von kurzen Pendelwegen. Ältere Menschen schätzen, dass Arztpraxen, Apotheken und Supermärkte erreichbar sind, ohne auf das Auto angewiesen zu sein. Für Singles und Paare, die Gastronomie und kulturelles Angebot spontan nutzen wollen, ist eine zentrale Lage ein echter Vorteil.

Familien mit kleinen Kindern tun sich in der Regel schwerer. Spielflächen fehlen, die Wohnungsgrößen sind oft nicht auf Familienleben ausgelegt, und der Straßenverkehr ist eine dauerhafte Einschränkung. Wer Garten, Ruhe oder Platz für ein Tier braucht, findet das in Streuobstlagen am Kappelberg oder in ruhigen Wohnstraßen in Kernen deutlich besser als im Stadtzentrum.

Was Citylagen als Kapitalanlage leisten

Die Vermietbarkeit ist in gut erschlossenen Citylagen überdurchschnittlich. Leerstände nach einem Mieterwechsel sind selten, die Neuvermietung geht schnell. Das ist ein realer Vorteil gegenüber Randlagen oder strukturschwachen Ortsteilen.

Die Rendite ist eine andere Geschichte. Hohe Einstiegspreise drücken die Bruttorendite spürbar. Wer in einer Citylagewohnung zwei bis drei Prozent brutto erzielt, liegt im üblichen Bereich für solche Lagen, nicht darunter. Das klingt wenig, spiegelt aber die Preisentwicklung und die Nachfragestabilität wider.

Wichtig ist dabei die Mikrolage innerhalb der zentralen Bereiche. Straßenseite, Etage, Ausrichtung und Lärmbelastung können selbst innerhalb weniger hundert Meter erheblich variieren. Eine Wohnung im rückwärtigen Bereich eines Altbaus in der zweiten Reihe liegt preislich und in der Vermietbarkeit anders als eine Einheit direkt an einer stark befahrenen Kreuzung. Das gilt auch für die Stadtmitte Fellbachs, wo ruhige Querstraßen und belebte Hauptstraßen eng beieinanderliegen.

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