Trittschall ist Körperschall, der entsteht, wenn Decken mechanisch beansprucht werden, also beim Gehen, Möbelrücken oder durch herabfallende Gegenstände. Dieser Schall wandert durch die Deckenkonstruktion, verteilt sich über angrenzende Wände und wird im darunterliegenden Raum als Geräusch wahrgenommen. Für Eigentümer ist das Thema an zwei Stellen relevant: beim Wohnkomfort im laufenden Betrieb und beim Verkauf, wo schlechter Trittschallschutz schnell zum Preisargument der Gegenseite wird.
Wie Trittschall entsteht und sich verbreitet
Der Auslöser muss kein Poltern sein. Schon normales Gehen mit Schuhen, Barfußlaufen oder ein Hund, der durch die Wohnung läuft, erzeugt Körperschall. Die Deckenkonstruktion leitet diesen Schall weiter, häufig über mehrere Räume, nicht nur senkrecht nach unten. Im Zielraum tritt er als sekundärer Luftschall wieder aus der Wand oder Decke aus. Das erklärt, warum Trittschall im Mehrfamilienhaus manchmal aus einer Richtung zu kommen scheint, die mit dem tatsächlichen Verursacher gar nichts zu tun hat.
Bei Bestandsgebäuden aus der Zeit vor den 1980er Jahren, wie sie im Remstal häufig anzutreffen sind, fehlt oft jede gezielte Trittschalldämmung. Die Decken wurden für ihre statische Aufgabe gebaut, nicht für den Schallschutz zwischen Wohneinheiten.
Was die Dämmung leisten kann
Im Neubau ist der schwimmende Estrich mit einer Trittschalldämmung darunter der gängige Weg. Die Dämmschicht entkoppelt den Estrich von der tragenden Decke, sodass Körperschall gar nicht erst in die Konstruktion eingeleitet wird. Der Effekt liegt je nach Material und Aufbau bei 20–30 Dezibel Pegelminderung.
Bei der Sanierung helfen auch Bodenbeläge weiter, allerdings in sehr unterschiedlichem Maß. Teppich ist der wirksamste Alltagsbelag und kann die Trittschallübertragung um 10–15 Dezibel senken. Kork oder Linoleum bringen etwa 5–10 Dezibel, Laminat mit einer anständigen Trittschalldämmunterlage etwa 15–20 Dezibel. Wichtig: Diese Werte gelten nur für den Bereich, der belegt ist. Harte Flächen daneben, etwa Fliesen im Flur oder in der Küche, bleiben akustisch wirksam.
Aus der Planung wissen wir: Werden Böden in Bestandswohnungen erneuert, ist der Wechsel vom harten Belag zu einem weichen oft die günstigste Maßnahme mit dem schnellsten Ergebnis. Ein vollständiger Aufbau mit schwimmendem Estrich ist im bewohnten Zustand kaum umsetzbar, weil die Raumhöhe leidet und der Aufwand erheblich ist.
Was das beim Verkauf bedeutet
Schlechter Trittschallschutz ist in Kaufverhandlungen ein klassischer Hebel für Preisabzüge, besonders bei Eigentumswohnungen im Mehrfamilienhaus. Käufer, die die Wohnung bei einer Besichtigung hören, wie die Nachbarn oben die Küche einräumen, ziehen Konsequenzen. Transparenz hilft hier mehr als Beschönigen: Wenn Sie als Eigentümer wissen, dass der Trittschallschutz der Decke dem heutigen Stand nicht entspricht, ist es besser, das früh zu benennen und den Preis entsprechend zu kalkulieren, als es im Nachhinein nachzuverhandeln. Beim Gutachterausschuss des Rems-Murr-Kreises oder, bei Objekten in Fellbach, beim städtischen Gutachterausschuss lassen sich Wertminderungen durch bauliche Mängel sachverständig einordnen, falls Sie eine fundierte Grundlage für die Preisfindung benötigen.