Immobilien-ABC K

Kältebrücke


Wo die Dämmung versagt: Kältebrücken kosten Heizenergie und fördern Schimmel.

Eine Kältebrücke ist ein Bereich der Gebäudehülle, an dem Wärme merklich schneller nach außen entweicht als durch die benachbarten Bauteile. Das passiert überall dort, wo die Dämmschicht unterbrochen ist, wo unterschiedliche Materialien aufeinandertreffen oder wo die Geometrie des Gebäudes selbst zum Problem wird, etwa an Ecken oder Vorsprüngen. Die Folgen reichen von höheren Heizkosten über kalte Wandoberflächen bis hin zu Feuchteschäden und Schimmel.

Wo Kältebrücken typischerweise auftreten

Die häufigsten Stellen sind Balkonanschlüsse und andere auskragende Bauteile, weil Beton sehr gut Wärme leitet und dabei die Dämmebene durchschneidet. Rollladenkästen, Fensterstürze und nicht gedämmte Kellerdecken gehören ebenso dazu. Aus der Planung kennen wir auch den klassischen Fall der einbindenden Innenwand: Trifft eine Innenwand auf eine Außenwand, kann sie je nach Konstruktion die Dämmschicht unterbrechen und einen direkten Wärmeleitweg nach außen schaffen. Bei Stahlträgern ist das Problem noch ausgeprägter, weil Stahl Wärme besonders gut transportiert.

Bei älteren Gebäuden im Remstal, oft Baujahre 1950 bis 1980, finden sich Kältebrücken fast zwangsläufig an den Fensteranschlüssen und an sichtbaren Betonbauteilen. Wer ein solches Objekt besitzt und verkaufen möchte, sollte wissen, dass ein erfahrener Käufer oder dessen Gutachter diese Stellen kennt und gezielt danach schaut.

Was eine Kältebrücke im Alltag anrichtet

An einer Kältebrücke ist die Oberfläche der Innenwand kälter als der Rest des Raumes. Unterschreitet diese Oberfläche den Taupunkt der Raumluft, schlägt sich dort Feuchtigkeit nieder. Passiert das dauerhaft, entsteht Schimmel. Der ist nicht nur ein optisches Problem: Er beeinträchtigt die Gesundheit der Bewohner und ist bei einem Verkauf ein erklärungspflichtiger Mangel, der den Preis drückt oder Käufer abschreckt.

Daneben steigen die Heizkosten, weil die verlorene Wärme kontinuierlich ersetzt werden muss. Wer entlang einer kalten Außenwand sitzt, spürt das als Kältestrahlung, selbst wenn die Raumtemperatur stimmt.

Erkennen und sanieren

Eine Wärmebildkamera macht Kältebrücken sichtbar, und zwar auch dort, wo man sie nicht vermutet. Die Aufnahmen sind am aussagekräftigsten bei kaltem Außenwetter und gut beheiztem Innenraum. Für eine belastbare Beurteilung empfiehlt sich ein Energieberater oder ein erfahrener Planer.

Bei Neubauten und umfassenden Sanierungen lassen sich Kältebrücken durch durchgehende Dämmebenen, thermisch getrennte Befestigungssysteme und sorgfältig geplante Anschlüsse weitgehend vermeiden. Bei Altbauten geht es meist darum, die schlimmsten Stellen gezielt zu verbessern: verbesserte Fensteranschlüsse, nachträgliche Dämmung der Kellerdecke oder eine Außendämmung der Fassade. Innendämmungen sind eine Option, wenn eine Außendämmung baulich oder denkmalschutzrechtlich nicht möglich ist. Sie sind allerdings anspruchsvoller in der Detailplanung, weil falsch ausgeführt das Feuchteproblem verlagert statt gelöst wird.

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